Slawische Burganlagen in Mecklenburg-Vorpommern N-Z (126)


Neu Brenz, Neu Canow, Neu Dobbin, Neubukow, Neuburg, Neuburg bei Parchim, Neuhof bei Stralsund, Neuhof bei Neukloster, Neukalen, Neu-Kentzlin, Neu Nieköhr-Walkendorf, Nieden, Niederhof, Pantlitz, Parchim, Pasewalk, Penkun, Pensin, Penzlin, Penzlin-Grapenwerder, Plau am See, Pleetz, Plöwen, Pölchow, Prerow, Pripsleben, Quadenschönfeld, Quetzin, Raden, Raguth, Reddershof, Reez, Remplin, Rensow, Reppin, Rerik, Retzin, Röbel, Rosenow-Sternberg, Rossow, Rothemühl, Rothenklempenow, Rothenmoor, Roxin, Rubenow, Rüterberg, Rützenfelde, Saal, Sandhof, Schlemmin, Schloen, Schönfeld, Schossow, Schulenberg, Schwaberow, Schwennenz, Schwerinsburg, Semlow, Siemersdorf, Spantekow, Stavenhagen, Sternberger Burg, Stolzenburg, Stuer, Sukow, Tangrim, Tessin, Teterow, Tribsees, Turow, Tutow, Tüzen, Ueckermünde, Upost, Utzedel, Vellahn, Verchen, Vietlübbe, Vipperow, Wangelin, Wardow, Waren, Warin, Waschow, Weberin, Wedendorf, Welzin, Wendelstorf, Wendhof, Wendorf, Werder-Penzlin, Werle, Wildberg, Willershusen, Wittenborn, Wittenburg, Wittenförden, Wolde, Woldegk, Woldzegarten, Wolgast, Wolkow, Wooster Teerofen, Wöpkendorf, Woserin, Wöten, Wrangelsburg, Wredenhagen, Wulfsahl, Wustrow-Darß, Zierstorf, Zimkendorf, Zirtow, Zislow


Neu Brenz (Vermutung)

Bei Neu Brenz befindet sich in der Lewitzlandschaft eine mit Bäumen bestandene kreisrunde Wallanlage mit etwa 50 bis 60 m Durchmesser. Man ist sich heute noch nicht sicher, wann diese Burg entstand. Man geht allerdings von einer frühdeutschen Burganlage aus. Im Vorfeld der Anlage stiess man auf slawische Scherben. Genauere Untersuchungen müssen hier erst stattfinden, um eine endgültige Antwort zu bekommen.

Erhaltungszustand: gut

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Neu Canow

Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

An der Mündung der Dollbek in den Gobenower See bestand eine flache Halbinsel, auf der sich eine kleine frühslawische Burganlage befand. Ein heute mit Bäumen bestandener Abschnittswall von etwa 60 bis 70 m Länge, der einst die Halbinsel abriegelte, ist heute noch vorhanden. Ganz in der Nähe ist das Vorhandensein von frühslawischen Dorfspuren bereits nachgewiesen worden. Auf der anderen Seite der Dollbek, nordwestlich des Burgwalls, befindet sich auf dem Kellerberg ein gut erhaltener frühdeutscher Turmhügel, genannt "Dollbekschanze". Die Gründe, warum erst die Slawen und anschließend die Deutschen gerade hier Burgen anlegten, sind nicht bekannt. Möglich wäre, dass die Dollbek damals eine Art Grenzgewässer darstellte.

Erhaltungszustand: gut

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Neu Dobbin

Westlich von Neu Dobbin im Landkreis Rostock liegen die schwachen Reste einer slawischen Burganlage. Sie ist noch teilweise erhalten geblieben. Sie liegt unmittelbar am Rand des Krakower Sees. Vom 14. bis 18. Jahrhundert befand sich hier ebenfalls eine deutsche Burganlage, die jedoch nicht erhalten ist. Diese Burg nannte man "Oll Slott". Beide Burgen waren Niederungsburgen.

Erhaltungszustand: mittel

Lage    

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Neubukow

 

Die ehemalige, wahrscheinlich slawische Wallanlage befindet sich heute inmitten der Stadt hinter alten Industriegebäuden aus DDR-Zeiten. Sie ähnelt mit ihren kleinen Wegen und dem verwuchertem Wall einer kleinen Parkanlage, die sich auf einer Halbinsel zwischen einem See und einem Fluss befindet. Vorhanden von der einstigen Wallanlage sind heute noch 75 % des Walls und der Graben in Form eines Sees und eines kleinen Flusses, der den See speist und in einer geschmeidigen Kurve die Wallanlage umrundet. Sehr interessant ist die Wanderung auf dem Wall. Noch deutlich hebt sich die enorme Höhe von über 10 m vom Niveau des Flusses ab und stellt eine gigantische Hürde dar. Durch den guten Erhalt der äußeren Wehranlage lassen sich noch die Dimensionen erkennen, die die Burg einst aufwies. Neubukow war von den Innenmaßen relativ groß und bot Gebäuden und Menschen reichlich Platz. Man kann noch deutlich die Reste der alten Anlage erkennen. Schnell hat man sie durchwandert und sie sich zu Gemüte gezogen. Wann genau sie allerdings entstand können nur archäologische Untersuchungen ergeben.

Erhaltungszustand: gut

Lage                 

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Neuburg

Der slawische Burgwall von Neuburg besteht aus drei vorgelagerten Wällen und einem etwa 30 m höher gelegenden Plateau, auf dem die einstige Hauptburg lag. Nach alten Überlieferungen soll hier der letzte freie Obodritenfürst Pribislaw im Jahre 1169 eine "Neue Burg" errichtet haben, in der er residierte. Die Burg verlor aber in den folgenden Jahrzehnten immer mehr an Bedeutung, da die mecklenburgischen Herrscher ihren Hauptsitz 1256 nach Wismar verlegten. Die Burg verfiel dann im Verlauf des 13. Jahrhunderts.

Erhaltungszustand: gut

Lage                

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Neuburg bei Parchim (Löddigsee)

Lage nach Begradigung der Elde im 19. Jahrhundert (links); und Detailansicht der befestigten Inselsiedlung (rechts), nach Ronny Krüger 2017

Gut einen Kilometer nördlich von Neuburg bei Parchim befand sich eine interessante spätslawische Siedlungsstelle, die heute als Handelsplatz von Parchim-Löddigsee bekannt ist. Durch Meliorationsarbeiten im Jahr 1975 wurde dieser Platz gefunden. Ab 1981 fanden mehrjährige Ausgrabungskampagnen statt, in denen das ganze Gelände untersucht wurde. In slawischen Zeiten lag die Siedlung auf einer Art Insel in einer alten Eldeschleife am Südrand des Löddigsees. Durch das Begradigen der Elde vor 1778 trockneten die Eldeschleife und der Löddigsee bis heute völlig aus. Bei den Untersuchungen stieß man auch auf die Reste eines ovalen, ca. 1,8 ha großen Burgwalls. Man stellte fest, dass seine Holzkastenkonstruktion nicht wie sonst üblich mit Steinen und Erde aufgefüllt war. Zu ihm führte eine ca. 140 m lange Brücke über die Elde von Nordwesten heran. Im Burginnenraum existierte ein hölzerner Tempel , der dem von Groß Raden sehr nahe kommt. Durch einige wertvolle Funde, die nicht aus der Gegend stammen, wurde der Platz schnell als befestigter Marktort an der Elde interpretiert. Angelegt wurde er um 1050 brannte allerdings schon um 1060 ab. Er wurde sofort wieder aufgebaut und bestand so bis zum Ende der Slawenzeit in der Mitte des 12. Jahrhunderts. Man prägte hier auch Münzen, die teilweise Fälschungen waren. In der frühdeutschen Zeit wurde der Platz weiter besiedelt, allerdings nur als Fischersiedlung ohne Burg. Im Jahre 1369 wurde diese nun deutsche Siedlung als "Scarzin" erstmals urkundlich erwähnt. Wenig später wurde der Ort aufgegeben. Interessant ist, dass bei den Ausgrabungen auch die Reste einer neolithischen Siedlung aus der jüngeren Steinzeit gefunden wurden. Bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich hier nun um eine befestigte Siedlung oder um eine Burg handelte. Immerhin war der Wall mindestens 5 m hoch. Weiter steht auch die Frage im Raum, ob diese Slawensiedlung eine eigenständige Inselburg/Siedlung war, oder sie auf einer natürlichen Sanddüne errichtet wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Neuhof bei Stralsund

Nordwestlich von Neuhof bei Stralsund befinden sich auf einer Halbinsel am Strelasund die Überreste einer slawischen Burganlage. Sie ist zwar noch erkennbar, aber kaum erhalten geblieben.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage   

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Neuhof bei Neukloster

Nordöstlich vom Dorf Neuhof im Landkreis Nordwestmecklenburg liegt in den Wiesen der im Volksmund genannte "Schlossberg" (Fundplatz: Neuhof 5). Heute vermutet man, dass sich hier einst eine slawische Burg befunden haben könnte. Viele andere slawische Wallburgen tragen heute ebenfalls diese Flurbezeichnung.

Erhaltungszustand: mittel

Lage 

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Neukalen

Kalen wird erstmals in einer Urkunde von 1174 erwähnt. Die Bezeichnung Kalen ist slawischen Ursprungs und bedeutet "Sumpf", "Morast". Nordöstlich der Stadt liegen am Rand eines Waldstückes die Überreste einer kleinen Slawenburg. Sie lag damals in sumpfigen Gebieten nahe des Kummerower Sees. Heute ist die nähere Umgebung trockengelegt worden, sodass sich die ehemalige Schutzlage nur erahnen lässt. Vielleicht kommt der Name Kalen auch von der Burganlage selbst. Näheres ist hier leider nicht bekannt.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Neu-Kentzlin

  

Etwa 250 m westlich von Neu-Kentzlin liegen die sehr gut erhaltenen Überreste eines slawischen Burgwalls. Es handelt sich um einen etwa 100 x 90 m großen Ringwall, der heute mit Bäumen bestanden ist. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, errichteten die Erbauer die Burg auf einer großen natürlichen Sandscholle, die am Nordende des „Kentzliner Sees“ lag. Die Sandscholle war auf allen Seiten zusätzlich mit moorigen Ausläufern des Sees umgeben und hatte damit zumindest in den wärmeren Jahreszeiten eine sehr gute natürliche Schutzlage. Im Süden der Burg lag das ehemalige Zugangstor, das noch heute durch eine Wallsenke zu erkennen ist. Nach Funden zu urteilen, handelte es sich um eine stark befestigte Gauburg eines Tollenserfürsten aus dem 10. bis 11. Jahrhundert. Da der Burgwall nicht die gesamte Sandscholle in Anspruch nahm, war hier auch genug Platz für eine offene Vorburgsiedlung. Hier lebten vor allem Handwerker, die die Burgleute mit Alltagsgegenständen versorgten. Der „Kentzliner See“ ist heute stark verlandet und mit Vegetation bestanden. Durch diese Verlandung sind auch die ehemals moorigen Ausläufer im Bereich der Sandscholle als solche nicht mehr vorhanden. Der bis zu 6 m hohe Burgwall wird auch heute noch von den Dorfbewohnern genutzt. Hier finden jedes Jahr Volksfeste statt, für die mehrere Holzbuden im Burgareal errichtet wurden. Einen Besuch empfehle ich wie immer in den kälteren Jahreszeiten.

Erhaltungszustand: sehr gut

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Neu Nieköhr-Walkendorf

In einer Niederung zwischen Neu Nieköhr und Walkendorf liegen heute die teilweise abgetragenen Überreste einer gewaltigen Slawenburg auf einer ehemaligen flachen Talsandinsel. Ausgrabungen von 1963/64 erbrachten, dass ganz am Anfang der slawischen Besiedlung des Platzes eine offene Siedlung vor Ort bestand. Im Verlauf des 8. Jahrhunderts wurde sie mit einem Wall befestigt und war etwa 5 bis 6 ha groß. Überreste dieser ersten "feldbergzeitlichen Burg" sind heute nur noch schwach erhalten geblieben und etwas mehr als einen Meter hoch. Dieser Burgwall war an der Basis etwa 8,5 m breit und muss eine gewisse Höhe erreicht haben. Im Verlauf des 9. Jahrhunderts wurde ein weiterer, etwa 100 m großer Rundwall, in den älteren integriert. Ob bei diesem Neubau Erde der älteren Burg verwendet wurde ist anzunehmen. Zumindest liesse sich damit erklären, warum die Wälle der ersten älteren Burg fast abgetragen sind. Man kann auch vermuten, dass die Fläche der älteren Burg weiterhin als Vorburgsiedlung genutzt wurde. Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts wurde der neue Burgwall gleich sieben Mal erneuert und verstärkt. Am Ende hatte der Wall sicher eine Höhe von 10 Meter erreicht. Im 11. und 12. Jahrhundert war der Burgwall ebenfalls dicht besiedelt, aber es fanden sich keinerlei Erneuerungen oder Ausbauten im Wallsystem. Anscheinend hatte die Burg nicht mehr die strategische Bedeutung, wie noch im 9. und 10. Jahrhundert. Heute sind vor Ort noch die gewaltigen Wallreste der jüngeren Burg zu erkennen. Leider wurde dieser Wall etwa zur Hälfte abgetragen. Vermutlich nutzte man die Erde zur Wiesenverbesserung/Entwässerung der näheren Umgebung. Heute trägt die Burganlage auch den Flurnamen "Moltkeburg". Möglicherweise wurde die jüngere Slawenburg noch in der frühdeutschen Zeit als Rittersitz weiter genutzt, dessen Name sich auf die Burg übertrug. Da sich die Überreste der ersten Burg des 8. Jahrhunderts auf der Gemarkung von Walkendorf und die Überreste der jüngeren Burg des 9. bis 12. Jahrhunderts auf der Gemarkung von Neu Nieköhr befinden, spricht die Wissenschaft heute auch von den Burgen von Neu Nieköhr/Walkendorf.

Erhaltungszustand: gut

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Nieden

Ein frühslawischer Burgwall des 8. bis 10. Jahrhunderts befindet sich nordöstlich von Nieden.  Er wurde verschiedentlich mit der für 1121/22 urkundlich erwähnten Burg und Kastelanei Nadam in Zusammenhang gebracht, doch dürfte diese anderenorts zu suchen sein. Der Wall ist heute größtenteils abgetragen durch die Landwirtschaft. Wenige Reste sind vor Ort aber zu erkennen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Niederhof

Bei Brandshagen liegt der kleine Ort Niederhof. Hier lag in der Slawenzeit ein kleiner runder Burgwall. Heute ist er gut erhalten und liegt im Parkgebiet dicht am Strelasund.

Erhaltungszustand: gut

Lage 

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Pantlitz

Etwa 500 m westlich vom Ort Pantlitz liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer slawischen Burg. Sie wurde von ihren Erbauern auf einem natürlichen Sporn am erhöhten Ostrand des Recknitztales angelegt. Vor Ort erkennt man einen bis zu 90 m großen und 6 m hohen rundovalen Burgwall, der von einem tiefen Graben umgeben ist. Dieser Burggraben war an der Außenseite ebenfalls von einem Wall umgeben, der allerdings viel flacher war. Diese Bauweise ist bei slawischen Kleinburgen in Mecklenburg-Vorpommern eher selten und hatte vermutlich mit der Lagesituation zu tun. Die wahrscheinlich mittelslawische Burg lag nicht wie sonst üblich in einer Niederung, sondern in Höhenlage. Daher war der Burggraben trocken und konnte von Feinden leichter überwunden werden. Aus diesem Grund befestigte man diesen Graben ebenfalls mit einem flachen Wall, der auf seiner Krone sicherlich hölzerne Palisaden trug. Der Gesamtdurchmesser der Burganlage mit dem wallbefestigten Außengraben beträgt heute bis zu 120 m. Wo das einstige Zugangstor des kleinen Burgwalls lag, kann man auch heute noch sehr gut erkennen. Eine sehr breite Wallsenke befindet sich im Südostteil der Anlage, über die man noch heute in das Burginnere gelangt. Nord- nordwestlich der Burg gab es vermutlich einen leicht bogenförmigen Vorburgwall, der eine Länge von etwa 90 m hatte. Er lag in der Niederung unterhalb der Höhenburg. Welche Aufgabe dieser Vorburgwall einst hatte muss Spekulation bleiben. Sollte er feindliche Angriffe von der Recknitz aus abhalten? Lag hier ein Bootshafen oder ein Übergang über das breite Recknitztal, den die Burgsiedlung überwachte? Am 16. Oktober 955 kam es zur überlieferten „Schlacht an der Raxa“ (Recknitz). Der deutsche König Otto I. hatte 955 in der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Magyaren einen bedeutenden Sieg errungen. Gleichzeitig wurde seine Herrschaft durch einen Aufstand der slawischen Obodriten und Wilzen akut bedroht. Otto I. begann mit Unterstützung der slawischen Ranen (Rügenslawen), des Herzogs Boleslav von Böhmen sowie seines Sohnes Liudolf einen Feldzug zur Lösung dieses Problems. Ein Friedensangebot der aufständischen Slawen lehnte der deutsche König ab. Schließlich kam es an der Recknitz zur Entscheidungsschlacht. Diese Schlacht ist vom Geschichtsschreiber „Widukind von Corvey“ ausführlich beschrieben worden. Sie endete mit dem Sieg Ottos I.. Widukind schreibt: "Das Morden währte bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen wurde das Haupt des Stoignew (Obodritenfürst und Anführer des Aufstandes) auf freiem Feld aufgestellt; ringsum wurden 700 Gefangene enthauptet. Dem Ratgeber Stoignews wurden die Augen ausgestochen, die Zunge ausgerissen und dann ließ man ihn hilflos zwischen den Leichen liegen.“ Aufgrund den örtlichen Gegebenheiten in der Widukindschen Schilderung könnte diese Schlacht beim heutigen Burgwall Pantlitz stattgefunden haben. Der endgültige Beweis fehlt jedoch bis heute. Ein Besuch des bewaldeten Bodendenkmals ist besonders in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen. Der Burgwall gehört zu den besterhaltendsten seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern!

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                   

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Parchim

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2016

Der Burgwallrest befindet sich am Rande des Stadtkerns von Parchim. Die Anfahrt erfolgt von Schwerin über die B 321 über den Ort Crivitz zur Stadt Parchim und dem dortigen Denkmal gegenüber vom großen Parkplatz in der Straße "Burgdamm".
Am Rande einer ehemals sumpfigen Niederung wurde in slawischer Zeit ein Burgwall errichtet, der bis zum Ende des Mittelalters ausgebaut und genutzt wurde. Vom runden Burgwall ist nur noch etwa ein Drittel erhalten. Die ehemalige Ausdehnung der Slawenburg läßt sich heute aus dem Straßenverlauf erschließen.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

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Pasewalk

Bereits im 7. Jahrhundert besiedelten slawische Einwanderer das heutige Gebiet der Stadt Pasewalk. Sie gehörten den Ukranen an, die wiederum dem Großstamm der Wilzen angehörten. Spätestens im 11. Jahrhundert bestand hier eine Burganlage. In den Urkunden des Mittelalters lautet die Schreibweise des Burgortes: "Pozdewolk" (1177, 1178, 1216), "Posduwolc" (1195), "Pozwolc (1241), "Poswalc" (1260, 1322) und "Poswalk" (1260, 1276, 1355). Der Name der Stadt setzt sich zusammen aus den Silben "Poz" (slaw. für Ringwall im Sinne einer Landschaftsbezeichnung) und "wolc" (Wolf) und steht demnach für "Stadt des Wolfes". Von der Burganlage ist heute nichts mehr erhalten, da sie im Laufe der Zeit überbaut wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage             

2. (Vermutung)

Ein weiterer von mir vermuteter slawischer Burgwall befindet sich heute in den Ueckerwiesen, etwa 3,5 Kilometer nordöstlich vom Pasewalker Stadtkern. Wie man auf Luftbildern noch erkennen kann, lag diese Burg damals direkt am Fluss. Heute ist die Uecker begradigt worden und verläuft 800 m weiter westlich. Vor Ort erkennt man nur mit Mühe eine ovale Erhebung.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Penkun (Vermutung)

Slawenzeitliche Lagesituation, nach R. Krüger 2017

Eine mögliche kleine Burg samt Vorburgsiedlung liegt heute auf zwei Inseln im Schlosssee, ca. 500 m südwestlich von Penkun im Landkreis Vorpommern-Greifswald. In der schwedischen Matrikelkarte von 1692 ist die westliche Insel als "Bork Wall" eingetragen, demnach müssen zu dieser Zeit noch Burgreste vorhanden gewesen sein. Wallreste gibt es heute aber keine mehr auf dem Eiland. Der "Bork Wall" ist nur im Winter bei Eis oder im Sommer mit einem Ruderboot direkt erreichbar. Auf der vorgelagerten Insel zum Land hin befand sich eine zeitgleiche Siedlung. Beide Inseln erbrachten slawische Keramikreste der Feldberger, Menkendorfer und Vipperower Art. Die Inseln wurden vermutlich in der mittel- bis spätslawischen Zeit besiedelt, also etwa vom 9. bis Mitte des 12. Jahrhunderts. Es fanden sich aber auch frühdeutsche Scherben vor Ort, die auf eine zweite Besiedlungsphase im 13./14. Jahrhundert hindeuten. Ob hölzerne Brücken zu den beiden Inseln führten ist bisher unbekannt.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

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Pensin

 

In einer weiten Flussschleife der Peene unweit vom Dorf Pensin befindet sich der sogenannte "Räuberberg". Es handelt sich dabei um die stark gestörten Reste einer mit Bäumen bestandenen mittelslawischen Burganlage aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Heute ist diese Burgstelle nur mittels Boot zu erreichen, da sie vollständig von der breiten Peene umflossen wird. Zusätzlich erschwert ein breiter Schilfgürtel ein Herankommen! Es muss sich hier um eine sehr gut geschützte Niederungsburg gehandelt haben.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

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Penzlin

  

Auf einem natürlichen Burgplateau in Penzlin kann man heute noch die wenigen Reste eines sehr alten Wallsystems erkennen. Allerdings ist nicht bekannt, aus welcher Zeit dieser stammt. Heute befindet sich auf dem Plateau eine Schule samt Sporthalle, die 2007/2008 vollständig saniert wurden. Bei diesen Arbeiten waren auch umfangreiche Erdarbeiten notwendig, die von Archäologen begleitet wurden. Man erhoffte sich daraus die Entstehungszeit einer möglichen mittelalterlichen Besiedlung herauszufinden. Man vermutete hier eine slawische Ringwallanlage. Allerdings blieb diese Suche erfolglos. Dennoch gibt es Wallreste, die auf eine Holz-Erde-Kastenkonstruktion hindeuten. Und so eine Bauweise bevorzugten unter anderem die Slawen. Bei meinen ersten Besuchen vor Ort entdeckte ich an den steilen Hängen des Berges einige slawische Keramikscherben. Sie lagen einfach so herum. Daher kann man mit Sicherheit sagen, dass Slawen auf diesem Gelände anwesend waren. So ein Ort war hervorragend für eine Burg geeignet. Der Berg hat an einigen Stellen eine Höhe von mehr als 12 m gegenüber dem Umland. Die Wallreste befinden sich auch nur an der niedrigsten Stelle des Berges. Hier war auch der Zugang zur Anlage. An den übrigen Seiten reichten Palisaden zum Schutz aus. Zur Zeit der späteren mittelalterlichen Burg Penzlin, die nur wenige Meter von dem ca. 90 m großen Burgplateau entfernt liegt, standen wohl auch noch Häuser auf der einstigen slawischen Burg. Die Slawenburg dürfte der älteren Slawenzeit zuzuordnen sein, da nur in jener Epoche Höhenburgen errichtet wurden. Unweit der Wehranlage gibt es drei weitere Burgwälle (Grapenwerder, Fischerwall bei Lapitz, Werder Englischer Garten). Dies ist ein Hinweis, dass diese Umgebung ein wichtiges Gebiet in der Slawenzeit war. Ich vermute die Gründe mit der Nähe zur Rethra, der Hauptburg der Lutizen, die ganz in der Nähe gelegen hat.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Penzlin "Grapenwerder"

    

Der vermutlich zweigliedrige Burgwall "Grapenwerder" (Fundplatz: Penzlin 1) liegt auf einem markanten Werder umgeben von Niederungsgebieten. Man kann ihn also fast als Höhenburg bezeichnen. Die etwa 160 m große kreisrunde Hauptburg ist bis zu 3 m hoch erhalten geblieben. Der Wallkessel ist leider im Laufe der Zeit vollständig verfüllt worden. Daher stellt die erhaltene Hauptburg nur noch eine Art planiertes Burgplateau dar. Im Nordosten befindet sich ein moderner Zugang zur Burgfläche. Da das Burgareal bis heute jedes Jahr landwirtschaftlich genutzt wird, entstand dieser Zugang wohl in diesem Zusammenhang. Der slawenzeitliche Zugang zur Hauptburg lag nach meiner Meinung im Südosten. Das Laserscanbild lässt auch erkennen, dass der Burgwall einst einen bogenförmigen Vorburgwall besaß, der aber stark verschliffen ist. Er sollte vermutlich das Tor der Hauptburg schützen. Das sind aber nur meine persönlichen Vermutungen! Ob es hier wirklich einen Vorburgwall gab, muss letztendlich die Archäologie klären. Auf der Burgoberfläche fanden sich Keramikscherben des Feldberger-, Menkendorfer- und Fresendorfer Typs. Auch frühdeutsche Scherben wurden beobachtet. Es ist daher anzunehmen, dass die "Höhenburg" in der frühslawischen Zeit errichtet wurde und bis in das 10. Jahrhundert bestand. Eine spätere frühdeutsche Nutzung des alten Burgareals ist zu vermuten. Funde von frühdeutschen Keramikscherben verliehen der Burg übrigens den heutigen Namen "Grapenwerder". "Grapen" waren typische Töpfe aus der Zeit des frühdeutschen Mittelalters. Auch Münzen sollen hier schon gefunden worden sein. Nur 600 bis 700 m weiter nordöstlich vom Burgwall "Grapenwerder" befindet sich eine weitere slawische Burgstelle; der sogenannte "Fischerwall" auf der Gemarkung von Lapitz (Fundplatz: Lapitz 1). Er war ovalförmig und bis zu 150 m groß. Er erbrachte Keramikscherben des Feldberger-, Menkendorfer-, Fresendorfer- und Woldegker Typs. Vermutlich war diese Niederungsburg die Nachfolgeburg des "Grapenwerders".

Sage vom Burgwall "Grapenwerder":

Bei Penzlin, auf dem so genannten »Grapenwerder«, soll einmal eine alte Wendenburg gestanden haben, deren Herren den Königen von Rethra dienstpflichtig waren. Der letzte Ritter, welcher auf dieser Burg hauste, hieß Wernicke. Die "Rethrarier " waren von den Sachsen mit gewaffneter Hand zum Christentum bekehrt worden. Aber sobald diese den Rücken wendeten, waren sie immer wieder zur Verehrung ihres alten Gottes Radegast zurückgekehrt, dessen Bildsäule von gediegenem Golde sich in Rethra befand. Einmal wurde diesem Gotte zu Ehren ein großes Fest gefeiert, zu welchem sich auch der Ritter Wernicke mit seinen Vasallen eingefunden hatte, als plötzlich Nachricht kam, dass die Sachsen heranrückten. Es verbreitete sich große Bestürzung. Ritter Wernicke eilte nach seiner Burg, wohin auch das Radegast-Bild geflüchtet werden sollte, um es vor den Christen zu retten. Doch waren die Sachsen zu schnell. Ritter Wernicke fiel im Kampfe, zündete aber vorher noch seine Burg an. Die Radegast-Bildsäule soll von den Priestern in eine sumpfige Wiese bei Penzlin, die »Trennelkoppel«, versenkt worden sein und sich noch darin befinden. Es wird von Schatzgräbern erzählt, die danach suchten, aber noch ist es keinem gelungen, diesen Schatz zu heben. Münzen, Streitäxte und Totenurnen sind auf dem Grapenwerder ausgegraben worden, und der Platz ist noch frei und von einer Hecke umgeben, wo die alte Burg gestanden hat, während das Land umher urbar gemacht ist.

Erhaltungszustand: gut

Lage                   

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Plau am See

1. Burgwall Plau

  

Der Burgwall befindet sich am östlichen Ortsrand von Plau am See im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Von Goldberg über die B192 bis zum Abzweig Plau am See kommend, biegt man rechts über die B 103 ab bis zum Ort und dem im östlichen Stadtbereich liegenden Bodendenkmal.
Der Burgwall wurde bereits 1836 durch G. C. F. Lisch entdeckt. Die imposante Anlage ist von einem mächtigen Graben umgeben, der Wall ist dicht mit Bäumen bestanden. Funde slawischer Keramik bezeugen das hohe Alter des bis heute genutzten Burgwalls. Im Inneren der Anlage befindet sich ein mittelalterlicher Burgturm sowie ein Backsteinhaus, in dem sich heute die Stadtbibliothek befindet.

Erhaltungszustand: gut

Lage                   

2. "Burgwall Gaarz am Burgsee"

Ein mittelslawischer Burgwall befindet sich auf einer schmalen bewaldeten Landzunge zwischen kleinen Seen und Mooren. Der ovale bis kreisrunde Burgwall von 60 m Durchmesser ist gut erhalten und stammt aus dem 9./10. Jahrhundert. Die Burg wird heute auch als "Schwartepapeburg" bezeichnet. Auf der Landzunge zwischen  dem "Gaarzer See" und "Burgsee" lag nahe der Burg die wohl unbefestigte Vorburgsiedlung, die auch als "Holzhofstelle" oder "Kornhofstelle" bekannt ist. Das Dorf bestand auch nach dem Untergang der Burg weiter und wurde erst im 15. Jahrhundert verlassen. Nachdem der Burgwall aufgegeben wurde entstand weiter nördlich am Westufer des Plauer Sees die Inselburg bei Quetzin. Diese war vom Ende des 10. Jahrhunderts bis etwa um das Jahr 1200 die Gauburg des gleichnamigen Landstrichs und stellte eine wichtige Burg der Obodriten im 12. Jahrhundert dar.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

3. "Appelburg" im Stadtwald (Vermutung, wohl eher eine mittelalterliche Landwehr)

Die so genannte Appelburg wurde ehemals als eine slawische Burganlage bezeichnet. Es handelte sich aber um eine mittelalterliche Landwehr. Diese ist heute noch gut erhalten. Wie sie zu ihrem Namen kam, ist heute nicht mehr zu erklären.

Lage

4. "Wendenburg" (Vermutung)

Im Ortsteil Appelburg befindet sich eine Wallanlage mit dem Flurnamen "Wendenburg". Auch sie ist gut erhalten und stammt aus der Slawenzeit. Es handelte sich um eine Niederungsburg.

Lage

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Pleetz

   

Im ehemaligen Gutspark von Pleetz bei Friedland (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) befinden sich die verschliffenen Überreste einer mittelslawischen Ringwallburg. Zu DDR-Zeiten wurde das Bodendenkmal in einem kleineren Umfang archäologisch untersucht. Die damaligen Ausgräber kamen zu dem Ergebnis, dass die etwa 60 m große Burg aus der frühslawischen Zeit stammt. Die vorgefundene Keramik konnte überwiegend dem „Feldberger Typ“ zugeordnet werden. Bei meinen mehrmaligen Besuchen konnte ich allerdings auch "Menkendorfer Ware“ beobachten. Die Burg ist also ein typischer Vertreter der mittelslawischen Zeit. Derartige Burgen entstanden seit dem letzten Drittel des 9. Jahrhunderts und wurden nach mehrmaligen Erneuerungen noch bis in die Mitte des 10. Jahrhunderts genutzt. Die Burg war in ihrer Laufzeit sicher der stark befestigte Sitz eines Lokalherren vom Stamm der Redarier. Dieser Stamm wurde am Ende der 920 er Jahre durch den Ostfrankenkönig Heinrich I. unterworfen und tributpflichtig gemacht. Im Jahre 936 verstarb der König und es kam vermutlich zu einer Aufruhr der Redarier. Noch im gleichen Jahr unternahm der neue König Otto I. einen Feldzug gegen diesen Stamm. Ob bei diesem Unternehmen auch der Burgwall von Pleetz zerstört wurde, muss vorerst Spekulation bleiben. Der Burgwall von Pleetz wurde auf einer Talsandinsel im Datzetal angelegt und verfügte auch über eine offene oder nur leicht befestigte Vorburgsiedlung. Weitere mittelslawische Burgen befanden sich in Friedland (ca. 4 Kilometer nordwestlich) und bei Glienke (ca. 9,5 Kilometer südsüdwestlich). Ob diese Burgen zur gleichen Zeit bestanden ist zu vermuten, muss letztendlich aber die Archäologie klären.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

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Plöwen

  

Nahe dem Ort Plöwen befindet sich ein verlandeter See, in dem die Reste eines sehr interessanten Burgkomplexes aus der Slawenzeit liegen. Diese Stelle wird auch als "Hühnerwinkel" bezeichnet. Vor Ort sind heute noch zwei Burgwälle erkennbar, die durch künstlich angelegte Dämme miteinander verbunden waren. Der größere Wall, der heute als Hauptburg bezeichnet wird, hat eine ovale Ausdehnung von etwa 100 m x 80 m. Der kleinere Burgwall entspricht dem "Typ Tornow" und hat einen kreisrunden Durchmesser von weniger als 50 m. Im Vorfeld dieser Burgen lag eine wallbefestigte, etwa 8 ha große, Vorburgsiedlung auf einem halbinselartigen flachen Sporn, der heute bewaldet ist. Diese drei Burgbereiche waren sicherlich nicht zur selben Zeit besiedelt, sondern stellen eine früh- mittel- und spätslawische Abfolge dar. Die halbinselartige große "Vorburg" war mit Sicherheit die erste eigenständige Burganlage und kann der "Feldbergzeit" des 8./9. Jahrhunderts zugeordnet werden. Nachdem diese Großburg in der Mitte des 9. Jahrhunderts aufgegeben wurde, dürfte der kleine Burgwall des "Typ Tornow" entstanden sein, den man aus Schutzgründen ganz in den See hinein verlegte. Die Burg war über ein Dammsystem mit darauf liegender Brücke mit dem Festland verbunden. In dieser Burg residierte möglicherweise der lokale Adel des Gebietes. Wo sich die dazugehörige Vorburgsiedlung befand ist unbekannt. Vielleicht lag sie im Bereich des späteren großen Burgwalls. Die kleine Burg dürfte im Verlauf des 10. Jahrhunderts aufgegeben worden sein. Danach entstand vermutlich der große Burgwall, der eine Art spätslawische Inselburg darstellt. Die Blütezeit dieser Burg dürfte im 11./12. Jahrhundert liegen. Ob der kleine Burgwall des Typ Tornow in dieser Zeit weiter genutzt wurde, ist umstritten. Viele sehen in ihm einen mittel- bis spätslawischen Kultplatz, da der Rundwall auffällig nach Nordosten vom Damm aus ausgerichtet war. Wie dieser ganze Burgkomplex im Detail besiedelt wurde, ist noch nicht eindeutig geklärt, da umfangreiche archäologische Ausgrabungen hier noch ausstehen. Etwa 2,5 Kilometer westlich vom Hühnerwinkel liegt ein früh- bis mittelslawisches Hügelgräberfeld. Vielleicht stand dieses ja im Zusammenhang mit der Burgsiedlung bei Plöwen.

Erhaltungszustand: mittel

Lage        

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Pölchow

Ungefähr zwei Kilometer nordöstlich von Pölchow bei Rostock lag einst eine slawische Wehranlage. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man die Reste des stark geschliffenen Burgwalls. Die Slawen legten ihre Wallanlage nur 600 m westlich der Warnow an. Sie dürfte damit zum Stamm der Warnower oder Kessiner gehört haben. Heute wird die Oberfläche der Burg landwirtschaftlich genutzt, was leider eine endgültige Zerstörung zur Folge haben wird.

Lage  

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Prerow "Hertesburg" (Vermutung)

Nach der Christianisierung Rügens muß es den Rügenfürsten gelungen sein, diese Festung einzunehmen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Hertesburg 1295 in einem Bericht aus Newcastle, als Schiffe, die aus Stralsund stammten, registriert wurden. Entstanden ist die "Hertesburg" aber sicher schon viel früher. Der Rügenfürst Witzlaw III. hielt sich oft im Schloß Barth auf und fuhr sehr häufig mit dem Schiff zur Hertesburg, um dort zu jagen und Gäste zu empfangen. Der Rügenfürst ist im Jahr 1325 ohne Nachkommen gestorben.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

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Pripsleben (Vermutung)

Zwischen Buchar und Pripsleben bei Altentreptow lag einst eine slawische Burganlage. Sie wurde durch die heutige Landwirtschaft leider komplett eingeebnet und ist daher nicht mehr erkennbar. Ich war im Juli 2012 vor Ort und habe vergeblich von einem nahen Hochsitz nach Abmähen des Feldes nach Wallresten gesucht, jedoch ohne Erfolg! Man fand hier vorwiegend Keramik des Feldberger- und Menkendorfer Types. Es handelte sich also um eine Burg der früh- und mittelslawischen Zeitepoche (8. bis 10. Jhd.). Die Burg wurde in der Nähe eines kleinen Baches angelegt, der in Altentreptow in die Tollense mündet. Von der Lage her muss es sich um eine Niederungsburg gehandelt haben. Ich muss aber sagen, dass mir die strategische Lage der Burg aus heutiger Sicht äußerst unvorteilhaft vorkommt. Die südlich gelegene Niederung mit dem Bach bot der Burg wenig Schutz und auch sonst gab es keine Feuchtgebiete in direkter Nähe der Anlage. Aber in slawischen Zeiten kann die Umgebung natürlich ganz anders ausgesehen haben! Punkte, die zusätzlich für eine Burg sprechen sind eine Wassermühle, die bis ins 19. Jahrhundert an dem kleinen Bach lag, sowie ein Landweg, der vom heutigen Buchar nach Pripsleben direkt an der Burg vorbeiführte. Ob die Mühle und der Landweg schon zur Slawenzeit bestanden, ist natürlich reine Spekulation! Auf dem Bild ist die ungefähre Lage des Burgwalles markiert.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

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Quadenschönfeld

    

Die zweigliedrige frühslawische Höhenburg bei Quadenschönfeld liegt auf einem natürlichen Geländesporn direkt am Nordrand des Schlavenkentals. Unterhalb dieser Anhöhe verläuft ein alter Bahndamm, über den man heute zum höher liegenden Burgplateau gelangt. Das Schlavenkental war in slawischer Zeit noch ein langgestreckter See, der heute aber weitgehend verlandet ist. Die Höhenburg war also gleich zweifach auf natürliche Weise gesichert. An der ehemaligen Zugangsseite errichtete man einen ca. 140 m langen, leicht bogenförmigen Vorwall, der dass Burgplateau nach außen abriegelte. Dieser Vorwall besaß zwei Tore, die heute noch sehr deutlich zu erkennen sind. Vor dem Vorburgwall lag ein Wassergraben, der noch eine Breite von maximal 10 m hat. Ein weiterer, etwa 100 m langer bogenförmiger Wall, riegelte das äußerste Gelände des Bergspornes ab und stellte die Hauptburg dar. Die übrigen Burgseiten waren wohl nur mit einfacheren Holzkonstruktionen gesichert, da dass steil abfallende Gelände genügend Schutz gegen Angreifer bot. Beide Wälle sind sehr gut erhalten geblieben und haben eine heutige Höhe von 3 m bis 4 m. Der maximale Gesamtdurchmesser der Burganlage beträgt um die 190 m. Die Burg entstand vermutlich im 8./9. Jahrhundert und dürfte ab der Mitte des 9. Jahrhunderts aufgegeben worden sein. Die Erbauer gehörten zum Stamm der Wilzen, die nur in der frühslawischen Zeit Höhenburgen errichteten. Da die ganze Umgebung heute dicht bewaldet ist, ist ein Besuch in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage                 

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Quetzin

 

Etwa 120 m vor dem Westufer des Plauer Sees liegt gegenüber der Ortschaft Quetzin, vier Kilometer nördlich der Stadt Plau, die 100 m lange, 50 m breite und maximal 1 m über dem Wasserstand erhobene Kohlinsel. Die Einwirkung des Sees ist für den voranschreitenden Abtrag der Insel im Norden und Osten verantwortlich, wodurch zahlreiche Buchten im Ufer entstanden sind und weite Teile der slawenzeitlichen Insel heute unter dem Wasserspiegel liegen. Aufgrund eines gegenüber heute mehr als 1 m höheren Wasserstandes im 18. Jahrhundert, der durch den Wassermühlenstau verursacht wurde, war die Kohlinsel zwischenzeitig vollständig von Wasser bedeckt, bevor Absenkungen im 19. Jahrhundert den Seespiegel auf das heutige Niveau senkten. Dadurch wurden die Burgüberreste weitestgehend abgetragen. Allerdings fanden vor diesem Anstau bereits Untersuchungen auf der Insel statt. Demnach war der Wall von viereckiger Gestalt. Man vermutet, dass diese Burg mit der überlieferten obodritischen Burg "Cuscin" identisch ist. Von 2000 bis 2003 fanden archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen auf der Kohlinsel und in ihrem Umfeld statt, um Besiedlungszeitraum, Befestigungsanlagen und Zugänge dieser spätslawenzeitlichen Inselburg zu klären. Ausgrabungsleiter war Dr. Ralf Bleile. Durch die Zusammenführung verschiedener Prospektionstechniken und Analyseverfahren (Geophysik, Geologie, Sedimentologie, Palynologie, Makrorestanalyse, Tierknochenanalyse) ist es gelungen, aus den Ergebnissen gezielt angelegter kleiner Sondagen den Besiedlungsablauf von der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts bis kurz vor 1200 zu erschließen und Anhaltspunkte für die Identifizierung dieser Inselburg mit der schriftlich belegten obodritischen Fürstenburg "Cuscin" zu gewinnen. Den heutigen Namen verdankt die Insel dem früheren Anbau von Kohl im 19. Jahrhundert innerhalb des Burgwalls. Es fällt auch hier wieder die nordöstliche Ausrichtung der Insel auf. Das deutet auf einen möglichen Kultort hin! Vielleicht war das der Grund, warum diese relativ kleine Insel so eine Bedeutung inne hatte. Bestand hier möglicherweise ein slawischer Kultort, den man 1160 endgültig beseitigen wollte? Aber das sind nur meine Spekulationen. Eine ausführlichere Beschreibung der Inselburg Quetzin findet ihr unter meinen eigenen Publikationen!

Untersuchungen von Dr. Ralf Bleile erbrachten folgendes Besiedlungsmodell der Insel:

Die Insel war wahrscheinlich im 9. Jahrhundert noch vollständig überflutet und verlandete erst vollständig in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Im letzten Drittel des 10. Jahrhunderts errichteten die Slawen eine erste Siedlung auf dem Eiland. Diese Siedlung wurde auf einem Rost aus Eichenholz und Weichhölzern errichtet. Schon diese Siedlung verband eine Holzbrücke mit dem Festland und bestand bis in das 11. Jahrhundert hinein. Wahrscheinlich war diese Siedlung bereits mit einer einfachen Plankenwand befestigt. In den Jahren 1073 bis 1095 wurde diese Siedlung zerstört. Im späten 11. Jahrhundert (1095 bis 1098) wurde eine ovale Burg errichtet, die aus einer für die Slawen typischen Holzkastenkonstruktion bestand. Vor dem Nordufer der Burg befand sich eine seeseitige bermenartige Vorbefestigung, die möglicherweise vor Wellenschlag schützen sollte. Um 1106 wurde der Burgwall an einer Stelle baufällig, sodass man hier eine neue Kastenkonstruktion errichten musste. Ursache war der weiche Untergrund der Insel, welcher durch die große Last der Burg an dieser Stelle abrutschte. Um 1132 brannte die ganze Burg vollständig ab. Kurz darauf wurde die Burg wieder mit einer neuen Kastenkonstruktion aufgebaut. Reparaturarbeiten an der Brücke belegen, dass die Inselburg bis um 1200 noch in Nutzung war. Der Ort Plau am See (slawisch Plawe) hatte sich zu einer größeren Siedlung nach 1200 entwickelt, sodass man die Inselburg Quetzin aufgab.

Literatur: Ralf Bleile: "Quetzin - Eine spätslawische Burg auf der Kohlinsel im Plauer See", Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns, Band 48, von 2008, 216 Seiten

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                   

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Raden (Vermutung)

Nördlich von Raden befindet sich eine unnatürliche kleine Erhebung im Gelände, die heute als Standort einer slawischen Burganlage angesprochen wird. Vor Ort fanden sich slawische, aber auch frühdeutsche Keramikscherben. Eigentliche Wallreste sind aber nicht zu erkennen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Raguth (Vermutung)

Kurz vor dem Ortseingang von Raguth befindet sich links vom Weg am Ufer eines kleinen Baches ein nahezu kreisrunder flacher Hügel von ca. 60 m Durchmesser, der in dieser Landschaft künstlich angelegt wirkt. Am anderen Ufer des Baches gibt es einen Landstreifen zwischen dem bogenförmig verlaufenden Bach und einem Teich.
Vor Ort gibt es leider keinerlei Hinweistafeln auf dieses Bodendenkmal. Es könnte sich auch um einen frühdeutschen Turmhügel handeln.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Reddershof

Westlich von Reddershof bei Tessin liegen die Reste einer slawischen Burganlage. Der Ort wird im Volksmund auch der "Burggarten" genannt. Die Slawen legten ihre Anlage auf einem Geländesporn an, der in eine Niederung hineinragte. Einen Wall gab es vermutlich nur im Süden zur Landseite hin. Die restlichen Seiten waren nur mit Palisaden oder Hecken geschützt. In welche Zeit man diese Wehranlage einordnen kann, ist schwer zu sagen, da noch keine ausreichenden Ausgrabungen stattfanden. Zu vermuten ist hier aber eine Fluchtburg, die in der alt- bis mittelslawischen Zeit bestanden haben könnte.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

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Reez

In der Nähe des Dorfes Reez liegen die Überreste einer alten slawischen Wallanlage aus dem 10. bis 12. Jahrhundert. Soweit man erkennen kann, ist die Anlage annähernd oval und eingliedrig. Sie wurde an einem alten Flusslauf angelegt, der heute allerdings fast ausgetrocknet ist. Die einst slawische Burg liegt genau 700 m östlich von der Dorfkirche auf einer natürlichen Kuppe frei im Gelände. Ausgrabungen haben hier noch keine stattgefunden. Die Größe der Wehranlage schätze ich auf 175 m x 125 m.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

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Remplin (Vermutung)

Östlich von Remplin, genau an der Kreuzung der Straßen B 104 und der L 20 nach Neukalen, befindet sich der sogenannte "Bornberg". Der steil geböschte Berg hat eine obere Plattform, die deutlich eingekesselt ist. Der Rand des Plateaus ist wallartig ausgebildet. Die westliche Flanke ist extrem steil zu einem Bachlauf abfallend. Die Ausbildung der Bergspitze als Kessel mit randbegleitendem Wall lässt im Vergleich mit anderen slawischen Burgen auf eine Flucht- bzw. Volksburg aus der Zeit der frühslawischen Besiedlung vermuten. Die Wälle bestanden ursprünglich als Holz-Erde-Konstruktionen und dienten dem Schutz der umwohnenden Slawen und ihres Besitzes. Es handelt sich hier also womöglich um eine wilzische Höhenburg aus der Zeit des 8. bis 9. Jahrhunderts. Bei meinem Besuch im März 2015 konnte ich auf der gesamten Oberfläche aber keinerlei Hinterlassenschaften aus der Slawenzeit vorfinden!

Erhaltungszustand: mittel

Lage 

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Rensow

Im Dorf Rensow im Landkreis Rostock gab es höchstwahrscheinlich eine slawische Befestigungsanlage. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, höchstens zu erahnen. In der Burgmitte steht heute das Gutshaus aus dem Jahre 1690. Rensow lag im unmittelbaren Einzugsbereich der Handelsstraße  "Via Regia“, die von Oldenburg/Hamburg nach Stettin/Wollin führte. In diesem Zusammenhang ist Rensow urkundlich bereits 1216 erwähnt. Im Verlauf der "Via Regia“ sind die Burgen Werle, Laage, Wardow, Altkalen, Dargun belegt. Rensow würde sich dort sehr gut einfügen. Ein wichtiger Hinweis auf eine alte Slawenburg im Dorf ist der Hinweis aus dem Jahre 1979. Darin heisst es, dass der Ort im Süden und Westen von alten Wallanlagen umgeben war. Aus unverständlichen Gründen hat man diese Anlagen wenig später einfach beseitigt und die Gräben verfüllt. Die ältere Schreibweise von Rensow lautete "Rinsow" und kann "Ort des Resa" oder "Kätzchenort" bedeuten. Eine erste Nennung stammt von 1216.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Reppin

Auf einer Landspitze, wenige Meter vom Südufer des Schweriner Sees entfernt, erhebt sich der "Reppiner Burgwall", ein Hügel von vielleicht acht Metern Höhe über dem Wasserspiegel. Nur noch die Bezeichnung dieser Burgstelle erinnert daran, dass es hier einmal eine slawische Burganlage gegeben hat. Der Hügel wurde im Jahre 1907 mit einem Aussichtsturm in Form eines Bergfrieds einer mittelalterlichen Burg bebaut. Ein Gedenkstein erinnert an den bei einem Torpedoboot-Unglück um’s Leben gekommenen Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg, weswegen dieser Ort bei den älteren Schwerinern auch noch als Friedrich-Wilhelm-Platz bekannt ist.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage               

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Rerik

 

Neben Arkona ist der Reriker Burgwall der einzige bekannte unmittelbar an der Küste gelegene Burgwall dieser Zeit. Er wurde durch die See weitestgehend abgetragen. Nur Reste von Wall und Graben sind erhalten. Der Burgwall ist als Zentrum einer slawischen Siedlungskammer zu sehen.
Die Vorburg ist heute stark überbaut. Untersuchungen erfolgten 1935 durch R. Beltz und 1995-1997 durch die untere Denkmalschutzbehörde. Die Ergebnisse der Untersuchungen von 1935 führten zu dem irrigen Schluß, den historisch überlieferten Seehandelsplatz "Reric" gefunden zu haben, der im Jahre 808 durch den Wikingerkönig Göttrik (auch Gudfred genannt) zerstört wurde. Deshalb benannte man den ehemaligen Ort Alt Gaarz am 01.04.1938 mit der Verleihung des Stadtrechtes in Rerik um. Nach heutigem Kenntnisstand liegt das urkundlich überlieferte "Reric" südlicher, an der Wismarbucht. Nach dem Sieg Heinrichs des Löwen 1164 über die slawischen Stämme erfolgten besonders nach 1200 deutsche Dorfgründungen, in Rerik im Bereich der slawischen Vorburgsiedlung.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                

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Retzin

Eine gewaltige Burganlage liegt am Nordwestende eines langen schmalen Geländesporns direkt am südlichen Hochufer des sogenannten "Leichensees". Die Überreste der Wallburg werden heute auch als "Retziner Burgwall" bezeichnet. Vermutlich wurde die Burg bereits in der frühslawischen Zeit des 8. Jahrhunderts angelegt und bestand in dieser Zeit aus einem etwa 170 m langen ovalen Wallsystem, das zum See hin offen war. Damit kann man diese Burg, die im Gebiet der Wilzen lag, zu den klassischen großen "Feldberger Burgen" zählen. Heute befindet sich innerhalb dieses Burgwalls ein gewaltiger bis zu 10 m hoher Hügel, der als frühdeutsche Motte gedeutet wird. Vermutlich nutzten im 13./14. Jahrhundert deutsche Ritter die verlassene slawische Burg erneut als Burganlage und bauten sie massiv aus. Möglich wäre aber auch, dass diese Motte natürlichen Ursprungs ist und bereits zu der älteren Slawenburg gehörte. Da der Fluss Randow unmittelbar südlich am Burgwall entlang läuft, handelte es sich um eine Grenzburg, von der aus man einen weiten Blick in die Randowniederung hatte. Vor Ort finden sich slawische und frühdeutsche Keramikscherben. Einen Besuch der Burg empfehle ich in den Wintermonaten.
 
Sage vom Burgwall:
 
"Am rechten Ufer der Randow, zwischen Löcknitz und Retzin, liegt auf einer Erdkuppe eines schmalen Landrückens der Retziner Burgwall. Dieses aus vorgeschichtlicher Zeit stammende Befestigungswerk ist von Süden und Westen her durch das Randowtal gedeckt, und an der Nordseite stößt ein kleiner Landsee, der sogenannte Leichensee, unmittelbar an den Fuß des Burgwalles. Auf dem Burgwall soll einst ein Raubschloß gestanden haben, dessen Bewohner die Körper der Beraubten und Erschlagenen in den See geworfen hätten, wovon der See den Namen Leichensee erhalten habe. Der Abfluss des Leichensees zur Randow heißt im Volksmunde auch “Totengraben”. Die Insassen der Raubritterburg pflegten durch Ketten, die sie quer über die Randow gelegt hatten, die vorbeifahrenden Schiffe aufzuhalten, auszuplündern und die Bemannung im Leichensee zu ertränken. Der Raubritter, der auf dem Retziner Burgwall und auf einer Nachbarburg gehaust hat, soll Hans von Ramin geheißen haben. Er soll zwei Ketten über die Randow gezogen haben, die 50 Schritte voneinander getrennt lagen und zwei Zoll über dem Wasser ganz stramm angezogen waren. Wenn er nun ein Schiff von weitem ankommen sah, versteckte er sich mit seinen Leuten im Rohr und Schilf am Ufer des Wassers und ließ die vordere Kette schlaff, so dass sie unter Wasser hing. Sowie das Schiff darüber fort war, zog er sie wieder straff an, und wenn nun das Schiff zwischen den beiden Ketten festsaß, fiel er mit seinem Raubgesindel darüber her, erschlug die Mannschaft und nahm alles Gut für sich. Die Leichen wurden in den See geworfen, nach der langen Seite des Berges hin. Oft traf es sich, dass die Räuber eine stärkere Mannschaft in den Booten vorfanden, als sie erwartet hatten; dann läuteten sie eilig eine große Glocke, die sie für diese Zwecke am Ufer aufgehängt hatten, worauf ihnen von beiden Burgen Hilfe kam. Nach dem Tode des Raubritters versenkte man die Glocke im Leichensee, wo sie heute noch zum Johannistage erklingen soll. Die Ermordeten und die Mörder sollen jetzt noch in mancher Nacht um den Leichensee herumgehen, so dass es gefährlich wäre, sich bei Dunkelheit in diese Gegend zu begeben."
 
Erhaltungszustand: gut
 
Lage                   

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Röbel

Die heutige Stadt Röbel hat ihre Ursprünge in einer slawischen Burganlage aus dem 10. Jahrhundert. Sie soll sich auf dem sogenannten "Tempelberg" befunden haben. Hier soll auch eine Kultstätte der Müritzer gestanden haben. Heute ist von der einstigen Burg nichts mehr zu sehen, da sie überbaut wurde. Heute befindet sich die Marienkirche an dem Ort. Aus der Luft kann man erkennen, dass die Slawen diese Burganlage auf einer Art Halbinsel errichteten, die östlich in einen Ausläufer der Müritz hineinragte. Von den anderen Seiten war sie von feuchten Wiesen und einem kleineren See umgeben. Diese Wehranlage war sicher eine der Hauptburgen der Müritzer.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Rosenow-Sternberg

Ungefähr 1,2 Kilometer nordöstlich vom Ort Rosenow bei Sternberg befinden sich die noch erkennbaren Reste einer mittelgroßen Burgwallanlage. Sie hat eine ovale Gestalt von 70 bis 80 m Durchmesser. Da sie einst von allen Seiten von Wasser umgeben war ist davon auszugehen, dass es sich um eine Inselburg handelte. Heute ist sie bewaldet.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                 

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Rossow

1,7 Kilometer westlich von Rossow liegen zwischen Rossow und Wetzenow die Reste einer wahrscheinlich slawischen Burganlage. Näheres müssten erst Untersuchungen vor Ort zeigen, da dieser Burgplatz noch nicht lange bekannt ist. Aus der Luft kann man allerdings deutlich einen mit Bäumen bestandenen Wall von annähernd viereckiger Form erkennen. Der Durchmesser beträgt gute 100 m und würde damit sehr gut zu einer slawischen Niederungsburg passen.

Lage                  

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Rothemühl

Der dreigliedrige Burgwall von Rothemühl ist der wohl größte erhaltene slawische Burgwall in Deutschland. Er besteht heute aus einem geschlossenen Burgwall von gut 500 m West-Ost-Ausdehnung und 380 m Nord-Süd-Ausdehnung mit etwa 14 ha Fläche. Im Ostareal der wallgeschützten Burgfläche verläuft ein weiterer leicht bogenförmiger Wall, der eine Fläche von 210 x 160 m (2,5 ha) abtrennt. Im Südteil dieser Fläche liegt ein weiterer, etwa 60 bis 70 m großer, Ringwall (0,5 ha). Die slawischen Erbauer errichteten diese Burganlage im 8./9. Jahrhundert auf einem natürlichen Geländesporn am Südrand der „Brohmer Berge“. Ob er gleich zu Beginn dreigliedrig ausgebaut wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Vermutlich bestand die erste Burgphase nur aus einem bis zu 500 m großen Burgwall, dessen Ostteil mit einem bogenförmigen Innenwall abgetrennt wurde und ein Areal von 210 x 160 m Durchmesser schützte. Der erste Burgwall war also zweigliedrig, unterteilt in Haupt- und großer Vorburg. Da der große Außenwall über einen inneren und äußeren Graben verfügt, dürfte dieser Burgwall mindestens zweiphasig gewesen sein. Das durch einen langen bogenförmigen Innenwall begrenzte Ostareal hatte nur einen äußeren Graben und war daher vermutlich nur einphasig. Der kleine innere Rundwall war mehrphasig und ist nach meiner Meinung ein späterer Einbau. Alle Burgwälle sind gut erhalten geblieben und noch bis zu 3 m hoch. Das gesamte Burgareal hat bis heute enorme Höhenunterschiede. Nach Nordwesten steigt das Burgareal stark an und hat dort einen Höhenunterschied von etwa 30 bis 40 m zum südlichem Außenwall. Im Nordwestareal liegen noch heute drei kleinere Hügel, die vermutlich bronzezeitliche Hügelgräber darstellen und in den Burgwall integriert wurden. Der höchste Hügel hatte den Flurnamen „Schanzberg“. Im Laufe der Zeit übertrug sich dieser Flurname auf den ganzen Burgwall. Die slawische „Höhenburg“ von Rothemühl liegt heute westlich der Landstraße 32 zwischen Strasburg und Rothemühl. Unterhalb der Burg liegt das Restaurant „Am Burgwall“, an dem man sein Auto parken kann. Vor hier aus führt ein befestigter Weg zum etwa 20 m höher liegenden südlichen Burgareal. Die Burg entstand vermutlich um 800 und dürfte bis in das letzte Drittel des 9. Jahrhunderts besiedelt gewesen sein. Eine spätere Nachnutzung des alten Burgareals ist bisher nicht zu erkennen. Ein Besuch ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen, da das gesamte Burgareal im Sommer stark verwuchert ist. Bei meinen mehrmaligen Besuchen musste ich leider feststellen, dass Wildschweine das Bodendenkmal stark bedrohen. Im Nordteil des großen Außenwalles befinden sich etliche tiefe Wildschweinlöcher. Auch in der inneren Burgfläche sind viele dieser Löcher zu beobachten. Da das gesamte Burgareal mit vielen Eichen bestanden ist, wird diese Zerstörung in den nächsten Jahren noch zunehmen.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage          

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Rothenklempenow

Am westlichen Ortsrand von Rothenklempenow (Vorpommern-Greifswald) lag vermutlich eine spätslawische Burganlage. Zumindest deuten Funde darauf hin, die bei Sanierungsarbeiten entdeckt wurden. Später stand hier eine deutsche Burg, von der noch der Burgturm erhalten ist. Vor Ort erkennt man, dass der Burgturm und die heutigen Gebäude auf einem flachen Hügel liegen. Vermutlich sind das die Reste der alten Slawenburg.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Rothenmoor

Der kleine Burgwall von Rothenmoor (auch Burgwall Sagel genannt) liegt am östlichen Rand des tief eingeschnittenen Burgtals auf einem vermuteten Geländesporn. Der Durchmesser des Ringwalles beträgt etwa 50 Meter. Die Wallhöhe beträgt bis zu 6 m. Es handelte sich wahrscheinlich um eine mittelslawische Kleinburg vom "Typ Tornow", die aber nicht in einer Niederung lag, sondern in Hanglage zu einer solchen angelegt wurde. Das kleine Burgareal ist 25 bis 30 m groß und ist mit einem Wall nach Norden, Osten und Süden umgeben gewesen. Zur stark abfallenden westlichen Niederungsseite besitzt das Burgareal keinen Wall mehr. Ob er abgetragen wurde oder Holzpalisaden als Schutz ausreichten, entzieht sich meiner Kenntnis. Wo das einstige Walltor lag ist nicht mehr zu erkennen. Eindeutige Wallsenken gibt es nicht. Direkt östlich der Burg vermute ich eine Vorburgsiedlung, in denen die Handwerker des Burginhabers ihre Wohn- und Arbeitsstätten hatten. Insgesamt eine sehr schöne Burganlage des 9./10. Jahrhunderts mit ungewöhnlicher Lage!

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage           

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Roxin

800 m südöstlich von Roxin haben sich die Reste einer altslawischen Burganlage erhalten. Es handelt sich um eine dreieckige, eingliedige Anlage auf einem natürlichen Bergsporn gelegen. In Richtung Südost befindet sich ein kaum erkennbarer Graben. Die ehemalige Fluchtburg liegt heute in einem Wald, der "Burgholz" genannt wird. Erwähnenswert ist noch, dass die Burg in der Nähe eines  Flusses angelegt wurde, der die kleine Burg zusätzlich schützte.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

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Rubenow

Obwohl dieser "Burgwall" als solcher nicht registriert ist und nur als Flurnamen existiert, hat der Forscher Berlekamp dort 1965 eine Vielzahl von Funden geborgen und zwar vom Feldberger, Freesendorfer und Teterower, Bobziner, Vipperower und Garzer Typ. Damit ist die gesamte Bandbreite der früh- bis spätwendischen Keramik abgedeckt. Also eine Siedlung oder doch Burg die durchgehend von 700 - 1200 besetzt war. In unmittelbarer Nähe befanden sich weitere slawische Siedlungen. Im Luftbild sind eindeutige Grabenzüge erkennbar. Die umschlossene Fläche beträgt ca. 160 m x 100 m. Damit dürfte es sich von der Größe her eindeutig um eine Wallburganlage gehandelt haben, die möglicherweise längere Zeit genutzt wurde. Oberirdisch ist vor Ort leider nichts mehr zu erkennen.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Rüterberg

Ein kleiner frühmittelalterlicher Burgwall befindet sich südöstlich von Rüterberg an der Elbe. Die Burg wurde wohl schon vor der Slawenzeit angelegt und bestand bis ins Mittelalter (um 1300). Früher hiess der kleine Ort am Wall "Broda", was übersetzt "Fähre" bedeutet. Erst in der nationalsozialistischen Zeit wurde der Ort in Rüterberg umbenannt. Man wollte so die slawische Herkunft des Ortes verschleiern. Der Burgwall dürfte diese Fährstelle über die Elbe überwacht haben. Heute ist dieser Wall stark zerstört und nur noch max. 0,6 m hoch.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Rützenfelde (Vermutung)

Nordöstlich von Rützenfelde bei Zettemin befindet sich ein nach Norden hin verlaufender natürlicher Geländesporn am Ostrand des „Rützenfelder Sees“. Nach dem Burgwallregister von Kunkel (1932) soll es sich hier um einen slawischen Burgwall handeln. Nach einem Besuch des Areals im Frühjahr 2012 konnte ich mit Unterstützung des jungen Hobbyforschers Sven Krüger aus Waren/Müritz keinerlei Überreste einer slawischen Burg vorfinden. Die heute etwa 250 m lange, von Süden nach Norden verlaufende, Erhöhung könnte früher eine Art erhöhte Halbinsel dargestellt haben, die von Feuchtarealen natürlich geschützt war. Ob hier wirklich ein slawenzeitlicher Burgwall lag, kann erst die moderne Archäologie klären. Etwa 1,6 Kilometer weiter nordnordöstlich liegen die bewaldeten Wallreste einer vermutlich bronzezeitlichen Höhenburg.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage   

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Saal (Vermutung, Lage unbekannt)

Saal ist ein kleines Dorf, das zum Amtsbereich von Barth gehört und in direkter Nähe zum Saaler Bodden liegt. Schon zur Slawenzeit war der Ort besiedelt und wurde mit einer Burgwallanlage befestigt. Diese befand sich an der Mündung des Saaler Baches in den Saaler Bodden. Heute bezeichnet man diese Burg im Volksmund auch als "Stekenborg". Um die Burg rankt sich eine alte Sage um den Seepiraten Störtebeker. Seine Leute sollen diese alte Slawenburg um 1391 als eine Art Versteck benutzt haben, um ihren Verfolgern zu entkommen. Auch einen Schatz sollen sie hier hinterlassen haben, der noch heute dort liegen soll.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage ?

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Sandhof

Am Westufer des Damerower Sees bei Sandhof gab es ebenfalls eine Burg in der Slawenzeit. Die genaue Stelle ist mir nicht bekannt, ich kenne allerdings eine Abbildung in einem Buch, wo die Burg grob eingetragen ist. Im Luftbild erkennt man in dem Bereich eine auffällige Verfärbung der Oberfläche mit einem Durchmesser von guten 100 m. Nach meiner Meinung kann das nur die Burgstelle sein. Am Südufer des Sees befand sich eine weitere Burganlage der Slawen, deren genaue Lage ich aber noch nicht kenne.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Schlemmin

 

Blick auf den Nordostwall mit Torsenke

Etwa 1,8 Kilometer südwestlich von Schlemmin (Landkreis Rostock) befinden sich die noch gut erkennbaren Überreste einer größeren zweigliedrigen Höhenburg. Das auch unter dem Flurnamen „Hohe Burg“ bekannte Bodendenkmal wurde auf einem hohen Endmoränenrücken errichtet und erreicht eine Ausdehnung von etwa 225 x 80 m. Der längsovale Wall der Höhenburg ist an den ehemaligen Zugangsseiten im Nordosten und Südwesten am besten erhalten geblieben und zeigt dort auch Wallsenken, die auf die ehemaligen Zugangstore hindeuten. Die Seitenbereiche des Burgareals waren durch natürliche Steilhänge gesichert und daher vermutlich nur mit einfacheren Konstruktionen oder Palisaden befestigt. Nach Südwesten hin besaß die Wehranlage vermutlich einen kurzen Vorburgwall, der nur eine sehr kleine Fläche schützte. Erste archäologische Untersuchungen nahm der Förster Krüger im Jahre 1841/42 vor. Er legte mehrere Wallschnitte im gesamten Burgareal an, konnte dabei aber keinerlei Funde machen. Eine genaue Datierung der Burgsiedlung ist bis heute nicht möglich, da professionelle Grabungen noch ausstehen. Es wurde zwar eine einzelne Scherbe vom Areal bekannt die als slawisch angesprochen wurde, mittlerweile allerdings als „vorgeschichtlich“ interpretiert wird. Es könnte sich also bereits um eine Höhenburg aus der Bronzezeit handeln, die von den späteren Slawen im 9. Jahrhundert reaktiviert wurde. Ein Besuch des etwa 2,3 ha großen bewaldeten Burgwalls ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: gut

Lage                

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Schloen

1. Frühslawischer Burgwall (Vermutung)

Schloen, urkundliche Ersterwähnung 1218, war in früherer Zeit ein bedeutender Ort. Ein ganzer Landstrich wurde nach ihm benannt. Damals nannte man es "terra slone". "Slone" heißt ins deutsche übertragen "Ort des Zusammenflusses". Gemeint sind die Zuflüsse der Ostpeene. Die Gauburg "slone" war zur Zeit der Slawen, vom Stamm der "Müritzer", Sitz des Stammesältesten, der das bewaffnete Aufgebot anführte und Recht zu sprechen hatte. Hier befindet sich heute eine Kirche, die Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut wurde. Der Kirchturm, der 1765 dazu kam, ist schon aus weiter Entfernung sichtbar.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage               

2. Mittelslawischer Ringwall

Lage der Burg zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Es gibt in der Nähe des vermuteten frühslawischen Burghügels mit der heutigen Dorfkirche noch eine weitere slawische Wallanlage, die aber aus einer späteren Zeit stammt. Sie ist wohl die letzte Burg "Slone" gewesen, die den Gaumittelpunkt darstellte. Sie ist leider nur noch ein Erdrelikt (Wallrest) und nicht mehr zu erkennen. Es war eine mittelslawische Niederungsburg in Halbinsellage, die auch frühdeutsche Keramik enthielt. Die Burg (etwa 60 m Durchmesser) hat also bis in die Zeit der frühdeutschen Ostkolonisation bestanden.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

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Schönfeld

Eine slawische Burganlage befindet sich in der Nähe des Hofes Schönfeld bei Kobrow. Sie wurde am Südende des Schönfelder Sees errichtet. Sie soll heute noch teilweise erhalten sein. Aus welcher Zeit sie stammt ist noch nicht bekannt, da hier bisher keine Untersuchungen stattgefunden haben.

Lage  

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Schossow (Vermutung)

  

Ein möglicher, sehr kleiner slawischer Burgwall liegt etwa 200 m westlich vom Ort Schossow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Stelle im Wald ist auf diversen Landkarten als Burgwall verzeichnet, dennoch gibt es einige Zweifel, ob es sich hier wirklich um eine alte Wallanlage handelt. Vor Ort ist nur eine Art ovale Grube von weniger als 40 m Länge und 20 m Breite erkennbar, die keinerlei Wallreste hat. Die Innenfläche dieser Grube liegt ca. 1,5 m tiefer als das umliegende Gelände. Von einem ehemaligen Burgtor oder einem umliegenden Wassergraben ist rein gar nichts wahrzunehmen. Die Slawen errichteten zwar im 9./10. Jahrhundert recht kleine kreisrunde Burganlagen von etwa 50 m Durchmesser, die heute als "Tornower Typ" bezeichnet werden, aber die Schossower Burg ist damit nicht zu vergleichen. Da oberirdische Hinterlassenschaften bei meinen mehrmaligen Besuchen nicht zu finden waren muss vorerst offen bleiben, was sich hinter diesem Platz verbirgt.

Erhaltungszustand: mittel (vermutlich nur moderne Grube)

Lage    

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Schulenberg

 

Etwa 1,5 Kilometer nordöstlich von Schulenberg bei Marlow liegen die gut erhaltenen Überreste einer slawischen Niederungsburg. Es handelt sich um einen kreisovalen Burgwall von etwa 80 bis 90 m Durchmesser. Im Nordwesten der Burg ist noch eine Wallsenke mit davor liegendem Außengraben zu erkennen. Ob hier das ehemalige Zugangstor lag, oder ob es sich um einen neuzeitlichen Zugang handelt, entzieht sich meiner Kenntnis. An der Nordostseite des Ringwalles gab es vermutlich einen kurzen Querwall, der mit dem Burgwall verbunden war. Im modernen Laserscanbild ist dieser noch schwach auszumachen. Die slawischen Erbauer suchten sich für die Errichtung der Burg einen halbinselartigen Vorsprung am Recknitztal aus und umwallten hier eine natürliche Geländekuppe. Aus welcher Zeit der heute bewaldete Burgwall stammt, kann ohne Ausgrabungen nur vermutet werden. Da die Burgfläche doch recht klein war, vermute ich eine Entstehung in der mittelslawischen Zeit (um 900 bis 950). Nur etwa fünf Kilometer nordnordwestlich lag bei Camitz eine wohl zeitgleiche Burganlage am erhöhten Recknitztal. Auch diese Burg verfügte über einen Querwall, der mit der Hauptburg verbunden war. Der Burgwall bei Schulenberg ist noch gut erhalten geblieben und einen Besuch wert. Die Straße von Schulenberg nach Marlow führt direkt am Bodendenkmal vorbei.

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Schwaberow

Am früh- bis mittelslawischen Burgwall von Schwaberow wurden in den 1970 er Jahren begrenzte archäologische Untersuchungen durchgeführt. Er liegt am Südosthang einer Anhöhe, die sich an einer Bachniederung befindet. Es handelt sich um eine mittelgroße Anlage von 60 m bis 70 m Durchmesser mit zwei vorgelagerten, unbefestigten Siedlungen. Der Wallschnitt ließ nur eine Bauphase erkennen, und der Wall, in Holz-Erde-Konstruktion ausgeführt, wurde nach seiner Zerstörung nicht mehr erneuert. Im Burginnern konnte man einen Lehmkern nachweisen, ausserdem wurden Reste von Bauhölzern entdeckt, die zu rost- und kastenartigen Einbauten gehört haben. Außerdem wurden Gefäßreste vom Feldberger- und Menkendorfer Typ und eine Pfeilspitze gefunden. Dieselben Keramiktypen wurden auch im Vorburgbereich entdeckt, so dass eine gleichzeitige Besiedlung angenommen werden kann. Brückenpfähle zeugen von einem Übergang über die nahe Bachniederung. An der Südostseite des Burgwalles konnten Siedlungsreste (Hausstellen, Gruben, eine Feuerstelle) untersucht werden, die eine gleiche Zeitstellung besitzen. Nordwestlich des Burgwalles lag ebenfalls eine unbefestigte Siedlung, von der Siedlungsgruben mit Keramik der Feldberger und Menkendorfer Art zeugen. Auf der "Dorfstelle", 700 m südwestlich des Burgwalles, wurden zwei Siedlungsgruben untersucht, die anhand der Keramik (Sukower, Feldberger und Menkendorfer Keramik) auch in die früh- und mittelslawische Zeit datiert wurden. Es handelt sich hierbei um den gleichen Siedlungshorizont. Der damalige Ausgräber A. Hollnagel ging von einer Besiedlungsdauer von etwa 100 Jahren aus und datierte den Burgwall und die Siedlungen in die Mitte des 8. bis in die Mitte des 9. Jahrhunderts. Er sah die Burg mit vorgelagerten, unbefestigten Siedlungen als einen Burgbezirks-Vorort an.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Schwennenz (Vermutung)

Slawenzeitliche Lage mit Darstellung des heutigen Zugangsdammes und vermuteten Hügelgrab, nach R. Krüger 2018

Etwa zwei Kilometer südlich von Schwennenz im Landkreis Vorpommen-Greifswald liegt eine heute angelandete Insel am Nordostrand des „Schwennenzer Sees“. Wie man noch im modernen Laserscanbild erkennen kann, handelte es sich in der Slawenzeit um eine längsovale Insel von etwa 90 m Länge und 40 m Breite. Dieses Eiland mit Flurnamen „Brink“ war nach Süden hin sumpfartig mit einer Halbinsel verbunden. Lange Zeit wurde dieser Siedlungsplatz als befestigte Inselburg angesprochen. Auf diversen Landkarten ist die Stelle bis heute als Burgwall (Fundplatz: Schwennenz 16) eingetragen. Die heutige Archäologie geht aber nur noch von einer Inselsiedlung aus. Zu den bisherigen Oberflächenfunden gehören Keramikscherben der Arten „Sukow“, „Feldberg“, „Fresendorf“, „Woldegk“, „Menkendorf“, „Weisdin“, „Teterow“, „Vipperow“, „Bobzin“ und „Garz“. Diese Keramiken decken die gesamte Slawenzeit ab und bezeugen eine ständige Besiedlung vom 8. bis 12. Jahrhundert. Zu den weiteren Funden gehörten die Reste eines bronzenen Hohlschläfenringes, Messerfragmente, eine eiserne Gürtelschließe, Pfrieme, Wetzsteine, eine Sandsteinscheibe, Spinnwirtel, Hüttenlehm, Gürtelschnallen, sowie Tier- und Fischknochen. Bei Sondagen konnte man auch einen hölzernen Ösenbalken von 2,7 m Länge und 15 bis 18 cm Breite dokumentieren. Dieser Balken gehörte sicherlich zu einem etwa 3 m breiten Bohlenweg oder war Teil einer Brückenkonstruktion. Heute führt ein schmaler, etwa 50 m langer, Erddamm vom Ostufer zur ehemaligen Insel heran. Aus welcher Zeit dieser Zugang stammt, ist nicht bekannt. Nach meiner Meinung kann dieser Damm kein von den Slawen angelegter Zugang gewesen sein. Die natürliche Schutzlage der Insel wäre damit umgangen worden und hätte einem Feind einen leichten Zutritt zur Insel verschafft. Vermutlich wurde dieser Damm von neuzeitlichen Bauern angelegt, die das alte Inselareal landwirtschaftlich nutzten. Sie kamen so schneller auf das bewirtschaftete Eiland. Im Laufe der letzten Jahrhunderte trat ein natürlicher Verlandungsprozess des Gewässers ein. Südlich des „Schwennenzer Sees“ liegt der sogenannte „Lebehnsche See“. In der Neuzeit wurden beide Seen mit einem Graben verbunden, was eine weitere Verlandung des „Schwennenzer Sees“ zur Folge hatte. Dadurch ist die alte slawische Inselsiedlung angelandet worden. Nach diesem Verlandungsprozess dürfte der neuzeitliche Damm angelegt worden sein. Nach den Funden zu urteilen, lebten auf der Insel höhergestellte Slawen von Stamm der „Ukranen“. Ob sich in der Inselsiedlung vielleicht nicht doch eine Inselburg verbirgt, müssen weitere Grabungen klären!

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Schwerinsburg

Ungefähr 1,3 Kilometer nördlich des Ortes Schwerinsburg bei Anklam befinden sich auf einem landwirtschaftlich genutzten Feld die kaum noch erkennbaren Überreste einer großen Slawenburg. Auf einigen Luftbildern kann man sie aber noch schwach ausmachen. Sie bestand im Endstadium aus einer kleinen Haupt- sowie einer größeren Vorburg. Durch jahrelange Ackerbewirtschaftung sind die Wälle so gut wie abgetragen worden. Ein sehr kleiner Wallrest der Hauptburg ist aber noch vor Ort erkennbar. Die kreisovale Anlage hatte einen Durchmesser von ca. 180 m. Sie wurde wahrscheinlich um das Jahr 800 angelegt und bestand bis zum Ende der Slawenzeit. Im Volksmund wird das Areal auch als "Bollwerder" bezeichnet. Die Burg lag einst auf einer großen Grundmoränenscholle, umgeben von unzugänglichen Mooren und Sümpfen. Das Gelände der Burg wurde bereits mehrfach oberirdisch untersucht. Dabei wurden zahlreiche eiserne Gegenstände, wie Schnallen, Messer und Nieten gefunden. Sogar Gegenstände aus Bronze und Silber, wie das Fragment einer gravierten Bronzeschnalle aus der Zeit um 1100, oder das Fragment einer arabischen Münze des 9. Jahrhunderts, waren dabei. Im April 2015 habe ich die ehemalige Burgstelle besucht. Der kleine Wallrest, der wohl von der ehemaligen Hauptburg stammt, ist nur noch sehr gering erhalten und scheint von Jahr zu Jahr zu schrumpfen. Es scheint also nur noch eine Frage der Zeit, bis vor Ort von der ehemals gewaltigen Wallburg nichts mehr erkennbar ist. Im Ursprung dürfte es sich um eine feldbergzeitliche Niederungsburg gehandelt haben, die im Laufe des 9. Jahrhunderts mit einer Hauptburg erweitert wurde. Da der Burgwall den Flurnamen „Bollwerder“ führt, muss er meiner Meinung nach noch sehr deutlich erkennbar gewesen sein, bevor er vollständig abgetragen wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                  

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Semlow

Der Ort Semlow liegt an der Recknitz, ca. 20 Kilometer südöstlich von Ribnitz-Damgarten. Semlow wurde im Jahr 1320 erstmals urkundlich erwähnt, allerdings war der Ort schon viel früher besiedelt, wie Megalithgräber und Trogmühlensteinfunde belegen. Auch die Slawen fanden diesen Ort interessant und liessen sich hier nieder. Sie errichteten sogar einen Burgwall an einem See an der Recknitz. Allerdings ist von der Burg heute nichts mehr zu sehen, da sie vor 1825 mit dem heutigen Schloss überbaut wurde. Auf einer alten schwedischen Karte aus dem Jahre 1796 sind die Wälle und Gräben der Burg aber noch eingetragen. Der Name Semlow ist slawischen  Ursprungs und soll "Neue Erde" oder "Neue Heimat" bedeuten.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage                

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Siemersdorf

Ein teilweise erhaltener Burgwall befindet sich nördlich von Siemersdorf bei Tribsees an der Straße nach Rekentin. Wie man noch auf dem Luftbild erkennen kann, hatte er eine ovale Gestalt von ca. 100 m Durchmesser. Es handelte sich um eine Niederungsburg in der Nähe des Flusses Trebel. Vielleicht kontrollierte diese Burg eine Furt über den Fluss.

Erhaltungszustand: mittel

Lage              

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Spantekow

   

In Spantekow bei Anklam befindet sich eine impulsante Festung aus dem Mittelalter. Sie existierte im 16. und 17. Jahrhundert. Noch heute kann man Mauerreste erkennen. Allerdings wurde hier schon zur Slawenzeit eine Ringwallanlage errichtet. Wann genau dies geschah, ist nicht einwandfrei festzustellen. Dennoch kann man sie im 8. bis 12. Jahrhundert vermuten. Sie wurde auf einer inselartigen Sanderhöhung inmitten von sumpfigen Wiesen angelegt. Durch das Ausheben eines Grabens um die Burg herum enstand eine gut geschütze Inselburg. Der Name Spantekow kommt aus dem slawischen und bedeutet soviel wie "Ort des Swantek". Wer dieser Swantek war, ist nicht überliefert. Er war sicher einer der Besitzer der Wehranlage und regelte die politischen Angelegenheiten im Umkreis. Wann diese Anlage zerstört oder aufgegeben wurde ist genau so wenig überliefert, wie ihre Nutzung nach der Slawenzeit bis zur Errichtung der heutigen Festung.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage           

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Stavenhagen (Vermutung)

Die Niederungsburg in Stavenhagen befindet sich am südlichen Stadtrand. Da hier auch slawische Scherben gefunden wurden muss man davon ausgehen, dass den Ursprung wohl eine slawische Burg darstellte. Der annähernd kreisrunde, etwa 6 m hohe Burghügel ist eine künstliche Aufschüttung von ca. 55 m Durchmesser. Der ehemalige Graben ist bei der Gestaltung der Schlossanlage im 18./19. Jahrhundert verfüllt worden. Die Anlage wird von einem mehrteiligen, unterschiedlich hohen (bis 5 m) Wall umgeben. Die einstige Vorburg an der Nordostseite ist der von einer Mauer umgebene Schlosspark. Bis auf Teile der Futtermauern sind außen keine mittelalterlichen Bauspuren sichtbar. Das Vorhandensein mehrerer Türme oder turmartiger Gebäude, wie auch eines Kammertores am jetzigen Zugang, sind wahrscheinlich, gehören aber zu einer späteren, deutschen Burganlage. Im Jahre 1300 wird das "castrum Stouenhaghen" erstmals erwähnt, war zu dieser Zeit aber schon lange in deutschem Besitz.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Sternberger Burg

Am Zusammenfluss von Warnow und Mildenitz befinden sich die Wallreste einer frühslawischen Burganlage, die heute als "Burgwall Sternberger Burg" bezeichnet werden. Das Bodendenkmal wurde erst im Jahr 1980 als slawischer Burgwall erkannt. Man datiert sie aufgrund von keramischen Hinterlassenschaften in das 8. Jahrhundert. Heute ist vor Ort noch ein bis zu 2 m hoher und ca. 75 m langer Wallrest auf einer bewaldeten Anhöhe zu erkennen. Hinter dem Wall fällt die ehemalige, fast viereckige Burgfläche in die Niederung zur Warnow hin steil ab. Man kann daher also fast von einer Höhenburg sprechen. Im 19. Jahrhundert wurde etwa die Hälfte des Walles zum Fluss Mildenitz abgetragen. Ursprünglich war der leicht bogenförmige Wall über 150 m lang und riegelte eine Burgfläche von 1,5 ha ab. Ein weiterer Querwall wurde von den Erbauern im Norden in der Niederung zwischen beiden Flüssen angelegt. Dieser Wall ist im Laufe der letzten Jahrhunderte in die ehemaligen Gräben vor und hinter dem Wall planiert worden und heute nicht mehr vorhanden. Die Seitenbereiche der Burg waren zu den jeweiligen Flussseiten nur mit Holzpalisaden befestigt. Direkt hinter diesen Palisaden lagen reihenartig angeordnete Wohnbauten. Der Ausgräber vermutete, dass auf den Dächern dieser Wohnbauten ein Wehrgang an der Palisade verlief. In dem heute noch teilweise erhaltenen Südwall ist noch deutlich eine breite Wallsenke zu erkennen, die das ehemalige Zugangstor zur Burgsiedlung anzeigt. Vor dem Wall lag ein breiter Sohlgraben, der sich im Laufe der Zeit mit Sand verfüllte. Der Ausgräber konnte weiter feststellen, dass die Burg doch einige Zeit in Nutzung war und um 800 aufgegeben wurde. In der ca. 1,5 km entfernt liegenden Höhenburg von Groß Görnow sah er die Nachfolgeburg. Ein Modell der Sternberger Burg kann man heute im Museumshaus des nahen Freilichtmuseums von Groß Raden besichtigen. (Stand 2015)

Erhaltungszustand: mittel

Lage                   

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Stolzenburg

Der gewaltige Burgwall befindet sich auf einer ehemaligen langgestreckten Halbinsel im teilweise verlandeten Darschkower See. Da die Innenfläche des Walles lange Zeit beackert wurde, ist die gesamt Westseite abgetragen worden. Dennoch ist diese Wallanlage sehr eindrucksvoll und einen Besuch wert. Der Wall hat eine Höhe von geschätzten 6-7 m. Zur Slawenzeit muss diese Burg einen gewaltigen Eindruck gemacht haben. Wäre dem Wall die landwirtschaftliche Beackerung erspart geblieben, wäre er der besterhaltendste seiner Art im Umland. Die Blütezeit der Burg kann im 10. bis 12. Jahrhundert vermutet werden. Aber schon davor war die Halbinsel von Slawen besiedelt, wie Feldberger Kermikfunde andeuten. Direkt um den Burgwall lagen kleinere Vorburgareale. Im Norden wurde das Vorburgareal mit dem Burgwall durch einen kleinen Graben abgetrennt. Daher lag die Burgsiedlung damals auf einer Insel. Der Untergang des Burgwalls ist in der Mitte des 12. Jahrhunderts anzusetzen. Eine frühdeutsche Nachnutzung ist bisher nicht erkennbar. Der Name des nahen Ortes Stolzenburg (stolze Burg?) könnte in Zusammenhang mit der Burgsiedlung stehen. Interessant ist weiter der Umstand, dass der Burgwall eine leicht viereckige Form hatte. Das kommt bei slawischen Burgen eher selten vor, wurde aber schon von einem jüdischen Reisenden im 10. Jahrhundert erwähnt. Anscheinend legte man immer dann eine viereckige Form an, wenn es der Baugrund (z.B. Uferkante, kleine Insel usw.) nicht anders zuließ. Die Burgen von Glienke, Flessenow und Friedland (alle Mecklenburg-Vorpommern) hatten ebenfalls einen solchen Grundriss und stammen aus dem 10. bis 12. Jahrhundert.

Erhaltungszustand: gut

Lage                   

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Stuer (Vermutung)

Die bekannte mittelalterliche Burgruine Stuer wurde vielleicht auf einer alten slawischen Wallanlage erbaut. Das war damals eine gängige Praxis bei den deutschen Einwanderern. So zumindest interpretierten es die Gelehrten im 19. Jahrhundert. Da die Burg Stuer heute zweigliedrig ist, kann man dies wohl auch für die ältere Wallburg annehmen, sollte es sie denn gegeben haben. Angelegt wurde die deutsche Burg inmitten von feuchten Wiesen und Wasser und stand somit wie auf einer Insel. Dadurch war die Burg ideal gegen schnelle Angriffe gesichert. Zur damaligen Zeit war eine Burg im Wasser schwer einnehmbar. Im Winter, wenn das Eis gefroren war, dürfte dieser Vorteil allerdings verloren gegangen sein. Wie und wann die slawische Burg existierte, ist heute noch nicht eindeutig nachgewiesen worden. Heute allerdings geht man davon aus, dass hier keine Slawenburg lag, da keinerlei Hinterlassenschaften aus jener Zeit gefunden wurden. 

Lage                  

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Sukow

In einem ehemals weiten Niederungsgebiet lag die sogenannte "Alte Burg" von Sukow. Inmitten dieser sumpfigen Niederung lag ein großer flacher Horst, auf dem schon die ersten Slawen eine offene Siedlung anlegten. Diese Siedlung wurde anscheinend nur in Notsituationen von der damaligen Bevölkerung aufgesucht und wird in das 7./8. Jahrhundert datiert. Die weitgehend unverzierte Keramik dieser Siedlung wurde fortan als "Sukower Typ" bezeichnet und gehört in die slawische Einwanderungszeit. Im Laufe der Zeit wurde der Platz als Burg ausgebaut. Ein 7,5 m breiter Streifen wurde dabei am Rand dieses Horstes abgesteckt und mit einem Wall befestigt. Die Erde entnahm man vor und hinter dem entstehenden Wall. Der geschützte, nahezu kreisrunde Burginnenraum war annähernd 180 m groß. Die große Burgwallsiedlung war nur über einen etwa 1,2 km langen und 3 m breiten  Bohlenweg zu erreichen, der 1962 umfangreich archäologisch untersucht wurde. Dieser führte von der Sukower Burg aus in fast gerader Linie durch das damalige Moor in Richtung der Uferhöhen bei Klein Markow. Dort befand sich eine direkt zur Burg gehörende große Dorfsiedlung. Nach den Keramikfunden zu urteilen wurde die Burg wohl schon im frühen 9. Jahrhundert verlassen und aufgegeben. Leider wurde die Burgfläche durch jahrelange Ackerbewirtschaftung und teilweise Abtragung der Wälle stark in Mitleidenschaft gezogen und ist daher stark verschliffen. Dennoch ist die Burgfläche, die bis heute zeitweise als Kuhkoppel dient, noch deutlich im Gelände erkennbar.

Erhaltungszustand: mittel

Lage              

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Tangrim

Die "Alte Burg" genannte markante Anhöhe in geschützter Lage am Rande des Trebeltals bezeichnet eine ehemalige slawische Burganlage. Es handelte sich um eine größere Niederungsburg. Solche Burgen waren eher in der altslawischen Zeit typisch.

Lage                 

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Tessin

1. "Burg Tessin"

Ein Burgwall befindet sich am südlichen Rand des Stadtkerns von Tessin im Landkreis Rostock, in unmittelbarer Nähe der Recknitz. Die im Bereich des Burgwalls geborgenen Funde zeigen, dass die Anlage bereits während des frühen Mittelalters von Slawen errichtet wurde. Seine Nutzung endete jedoch nicht mit dem Untergang der slawischen Kultur im 12. Jahrhundert. Vielmehr wurde der Burgwall in der Zeit des 13. bis 15. Jahrhunderts mehrfach umgebaut. In dieser Zeit – häufig als deutsches Mittelalter bezeichnet – erfolgte der Umbau zu einer Fürstenburg. In der Neuzeit erfolgte schließlich der Einbau eines Eiskellers auf dem Wallberg. Insgesamt kann man an diesem Monument somit eine mehrere hundert Jahre umfassende kontinuierliche Nutzung feststellen. Die Reste dieser imposanten Anlage prägen auch heute noch das südliche Stadtgebiet von Tessin.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                 

2. "Alte Burg"

Eine weitere spätslawische Burg befand sich ebenfalls im südlichen Stadtgebiet von Tessin. Man fand hier eindeutig spätslawische Keramik. Der Flurname der Burg heisst "Oll Borg" bzw. "Alte Burg". Erhalten ist von ihr allerdings nicht viel, da sie schon lange Zeit beackert wird. Interessant ist die Frage, ob es in der spätslawischen Zeit gleich zwei Wallburgen hier gab, oder ob sie nacheinander bestanden. Die beiden Burgen von Tessin liegen heute nur 300 m auseinander.

Erhaltungszustand: mittel

Lage     

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Teterow

   

Auf der sogenannten Burgwallinsel im Teterower See befinden sich die gewaltigen Reste einer zweigliedrigen Inselburg des 10. bis 12. Jahrhunderts. Die Hauptburg besteht aus einem ca. 110 m großen ovalen Ringwall von 0,6 ha Innenfläche, der stark ausgebaut war. Die Höhe der Wallkrone gegenüber des Seespiegels beträgt noch heute bis zu 10 m. Sie wurde auf einer natürlichen Erhebung errichtet, wie Ausgrabungen zeigten. Die davor gelegene quadratische Vorburg von 1,2 ha Fläche war ebenfalls durch hohe Wälle gesichert und besaß zwei Zugangstore. Eines lag im südlichen Querwall und ist noch heute durch eine Wallsenke erkennbar. Das zweite Vorburgtor war ein Seetor und lag im Nordbereich, nahe der Hauptburg. Es wurde leider zugeschüttet. Im Vorgelände gab es auf der Insel weitere offene Siedlungsareale, von denen aus ein ansteigender natürlicher Damm zur Burganlage führte. Der Ausgräber vermutete, dass die beiden offenen Siedlungsareale im Süden der Insel Dienstsiedlungen darstellten, die der Burg unterstanden. Die Hauptaufgabe dieser Siedlungen war sicher die Kontrolle der Brückenanlagen bzw. deren Instandhaltung. Nach archäologischen Untersuchungen in den 1960 er Jahren konnte man eindeutig einen Stammesmittelpunkt der Zirzipanen erkennen. Die gesamte Inselfläche wird von der Slawenburg aber nur sehr gering in Anspruch genommen. Am südlichen Ende des Eilands befand sich eine der Verbindungsbrücken zum Festland. Noch heute nennt man eine Stelle am Festland "Brügghopp". Hier lag der Brückenbeginn zur Insel. Nach archäologischen Untersuchungen muss sie ungefähr 750 Meter lang und 3,5 m breit gewesen sein. Damit gehört sie zu den längsten aus der Slawenzeit. Sie zu bauen muss eine gewisse Zeit in Anspruch genommen haben und stellt eine Meisterleistung im Brückenbau dar. Neuere Untersuchungen zeigten, dass im Bereich der heutigen Fährstelle ebenfalls eine kürzere hölzerne Brücke bestand. In welche Zeit sie gehört, ist noch unbekannt, da die Reste bisher nicht untersucht wurden. Bevor die Burg errichtet wurde, bestand bereits eine unbefestigte Siedlung auf der Insel, die man ins 9. Jahrhundert datiert. Noch im 9. Jahrhundert errichtete man wahrscheinlich die erste Burg, die nachweislich abbrannte. Sie wurde wieder aufgebaut, verstärkt, und bestand so bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts. Nach 1056/57 kam das Land der Zirzipanen durch innere Kriege in den Besitz der slawischen Obodriten. Möglich wäre, dass die Inselburg seit dieser Zeit von einem obodritischen Adel genutzt wurde. Warum sie im 12. Jahrhundert endgültig aufgegeben wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Möglicherweise verlor die Inselsiedlung infolge der deutschen Wendenkreuzzüge von 1147 und 1164 gegen die Obodriten an Bedeutung und wurde sich selbst überlassen. Eine frühdeutsche Nachnutzung gab es nicht. Heute befindet sich im Bereich der Vorburg eine Gaststätte namens "Wendenkrug", die seit vielen Jahren Besucher auf die Insel lockt. Auch eine nachgebildete, etwa 2 m große vierköpfige "Swantevit-Statue", ist dort vorhanden. Weiter kann man auf der Insel im Sommer Tretboote ausleihen und die Umgebung der Insel erkunden. Im Bereich der inselseitigen Fährstelle wurde ein kleines Teilstück der ehemaligen Zugangsbrücke in Originalgröße rekonstruiert (Stand: 2010).

Erhaltungszustand: gut

Lage           

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Tribsees

1. "Gerberhof"

   

In einer alten Karte von 1696 ist der sogenannte "Gerberhof" im Nordwesten der Stadt als markante Insel eingezeichnet, die von der "Trebel" umflossen wurde. Hierbei hat es sich um eine befestigte Inselburg der Slawen gehandelt, die bis zu 80 m im Durchmesser gehabt haben könnte. Interessant ist , dass noch heute eine Straße an dem Hof vorbeiführt, die über die "Trebel" in Richtung Stralsund geht. Die Burg könnte bereits  zu Zeiten  des 11./12. Jahrhunderts eine Furt über den Fluss bewacht und kontrolliert haben. Im Jahr 2010 wurden bei Bauarbeiten zur Errichtung einer neuen Trebelbrücke Reste dieser Burg gefunden. Die Wallkonstruktion war demnach ca. 2 bis 3 m breit. Heute ist die "Trebel" begradigt worden, daher ist die einstige Schutzlage der Burg kaum noch zu erkennen vor Ort.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

2. Burgwall Castellanei

  

Geringer Wallrest der Vorburg (links) und vermutete Lage zur Slawenzeit nach R. Krüger 2018 (rechts)

2,5 Kilometer nordöstlich vom Stadtkern Tribsees befand sich einst eine große zweigliedrige slawische Burganlage. Auf den Luftbildern kann man eindeutig noch einen rundovalen Ringwall von ca.180 m Durchmesser erkennen, der nach Süden hin von einer sehr großflächigen Vorburg gesichert wurde. Diese Vorburg war ebenfalls mit einem Burgwall geschützt. Nach Norden hin zur Trebel war die Vorburg offen. Der Durchmesser der gesamten Burgsiedlung ist mit über 400 m auffallend groß! Solch große Anlagen bestanden überwiegend in der frühslawischen Zeit des 8./9. bis frühen 10. Jahrhunderts. Vor Ort ist noch ein kleiner Wallrest des Vorburgwalls zu erkennen. Die restliche Burgfläche wurde durch die Landwirtschaft eingeebnet. Zur Slawenzeit muss diese Burgsiedlung einen enormen Stellenwert innegehabt haben, denn sie gehört mit ihren Ausmaßen zu den größten Anlagen ihrer Zeit. Zu vermuten ist hier auch ein Handelsplatz jener Zeit, den man von der Ostsee (über die Recknitz und die Trebel) her erreichen konnte. 

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage          

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Turow (Vermutung)

In dem kleinen Ort Turow bei Grimmen befindet sich heute die sogenannte Wasserburg Turow. 1378 ist der Ort schon als Großgrundbesitz erwähnt worden. Heute geht man davon aus, dass der Ursprung der Wasserburg einst eine slawische Wallburg war. In der frühdeutschen Zeit wurde sie im Zuge der deutschen Ostexpansion übernommen und diente als befestigter Adelssitz. Heute gehört die Burg dem Landeskirchlichen Gemeinschaftsverband Vorpommern e.V. und bietet ein christliches Erholungsheim für "Jung und Alt" an.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Tutow

1. "Alte Stadt"

   

Ein sehr gut erhaltener Burgwall der „Feldbergzeit“ befindet sich am östlichen Ortsrand von Tutow (Vorpommern-Greifswald). Das bis zu 200 m große Bodendenkmal wird auch als „Alte Stadt“ oder „Hexenberg“ bezeichnet. Es handelt sich um die bewaldeten Überreste einer frühslawischen Burg aus der Zeit von um 800 bis 900, die meiner Meinung nach mehrgliedrig war. Die ehemalige Zugangsseite wurde mit einem „Doppelwall“ und Außengraben gesichert. Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen, besaß die Burg auch einen weiteren, bogenförmigen inneren Riegelwall. Dieser heute stark verschliffene Wall trennte vermutlich ein Hauptburgareal ab. Warum die ehemalige Zugangsseite im Endstadium mit einem „Doppelwall“ gesichert wurde, kann man nur vermuten. Die zusätzliche Befestigung entstand wahrscheinlich erst in einer späteren Ausbauphase. Die Zugangsseite der ersten Burgphase war bedingt durch die Lage nur mit einem trockenen Außengraben befestigt. Bei einem feindlichen Angriff konnte dieser wohl sehr leicht überwunden werden. Als Reaktion darauf, errichtete man dann diesen vorgelagerten Abschnittswall. Ob bei diesen Ausbauarbeiten dann auch der innere Hauptburgwall angelegt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Der heute noch bis zu 3 m hohe Burgwall dürfte einige Jahrzehnte in Nutzung gewesen sein. Ein Besuch ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen. 

Erhaltungszustand: gut

Lage      

2. "Alte Schanze"


Etwa 400 m südwestlich des frühslawischen Burgwalls Tutow "Alte Stadt" befinden sich die Überreste einer weiteren slawischen Niederungsburg. Es handelt sich um eine eingliedrige ovale, bis leicht viereckige, Burg mit einem Außendurchmesser von bis zu 110 m. Die von einem hohen Wall geschützte Innenfläche ist bis zu 60 m lang und 40 m breit. Das noch beeindruckende Bodendenkmal wird auch als „Wallberg“ oder „Alte Schanze“ bezeichnet. Die slawischen Erbauer legten diese Burg auf einem natürlich geschützten halbinselartigen Vorsprung an. Diese Halbinsel lag in einem Moor oder einem ehemaligen flachen See. Diese heute fast verlandete und bewaldete Niederung wird auch als „Quebbe“ bezeichnet. Das einzige Zugangstor lag strategisch gut geschützt im Norden der Befestigung. Moderne archäologische Ausgrabungen haben hier noch nicht stattgefunden. Oberflächenfunde deuten aber auf eine Existenz der Burg vom 11. bis 12. Jahrhundert hin. Die beiden Burgwälle von Tutow haben also nicht zur selben Zeit bestanden. Ein Besuch des noch sehr sehenswerten Bodendenkmals ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen! 

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

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Tüzen

    

Der sogenannte "Schlossberg" in Tüzen existierte nachweislich in der Zeit der deutschen Ostsiedlung (12./13. Jahrhundert) und trug zu dieser Zeit eine kleine frühdeutsche Turmanlage. Slawische Keramikscherben zeigen aber auch eine weitaus frühere Besiedlung des Berges an, wahrscheinlich schon als Burgwallanlage. In spätslawischer Zeit gab es sogar ein Land namens "Tucen". Es muss hier also irgendwo eine slawische Burganlage auf dem Gebiet des heutigen Tüzen gelegen haben. Und das kann nur der bis zu 80 m große "Schlossberg" unmittelbar am östlichen Seeufer gewesen sein. An manchen Stellen erreicht der Schlossberg gewaltige Höhen. Vom Plateau aus hat man den ganzen See im Überblick. Bei meinen Besuchen auf dem kleinen planierten Burgareal fand ich im Sommer 2015 eine schöne Scherbe des Feldberger Typs. Es ist daher möglich, dass der "Schlossberg" bereits im 9./10. Jahrhundert ein mittelslawischer Burgort war. Am westlichen Fuße des Berges befindet sich ein schöner Badestrand, an dem ich schon einige Sommertage in meiner frühen Jugend in den 1980 er Jahren verbrachte. Direkt am Berg befand sich eine Baracke, in der man damals die Badegäste mit allem Nötigen versorgte. Leider ist diese Baracke inzwischen abgebrannt und nur noch das Fundament ist sichtbar. (Stand: 2015)

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Ueckermünde

Bei dem Schloss in Ueckermünde befand sich im 12. Jahrhundert eine slawische Burganlage. Wann sie gegründet wurde ist nicht bekannt. Überliefert ist nur, dass diese Burg "Rochow" hiess und am Unterlauf der Uecker lag. Im Jahr 1178 hielten die pommerschen Herzöge Bogislaw I. und Kasimir I. hier einen Landtag ab. Später wurde die Anlage durch eine frühdeutsche Burg ersetzt. Als diese baufällig wurde, riss man sie ab und errichtete das heutige Schloss darauf.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Upost (Vermutung)

Heutige Lage an der begradigten Peene, nach Ronny Krüger 2016

Südlich des Ortes Upost, in der Nähe des Kummerower Sees, befindet sich ein Gebiet mit dem alten Flurnamen "Borgwall". Dieses Gebiet liegt unmittelbar an der Peene und könnte der Standort einer slawischen Burganlage gewesen sein. Spätslawische Keramikfunde an dem Ort begründen diese Annahme. Auffällig ist, dass zwischen dem Kummerower See und Demmin gleich fünf slawische Burganlagen an der Peene lagen. Sicherlich bestanden diese nicht alle gleichzeitig, aber es könnte sich um eine Art Vorburgen von Demmin gehandelt haben. Vielleicht spielten einige dieser Anlagen im Abwehrkampf bei Verchen im Jahre 1164 eine Rolle. Von der Uposter Anlage ist heute vor Ort nichts mehr zu erkennen. Im Luftbild ist der alte Burgplatz aber noch schwach auszumachen. Einige Wissenschaftler sehen in dieser Anlage ein kurzfristig errichtetes Lager.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Utzedel

Bei Utzedel befindet sich eine slawische Höhenburg des 8./9. Jahrhunderts. Sie liegt auf dem sogenannten "Carolinenberg" am Augraben. Diese Burg gehörte zum Gebiet der Tollenser, an der Grenze zu den Zirzipanen. Der Augraben muss so etwas wie ein Grenzfluss zur Slawenzeit gewesen sein, denn hier finden sich mehrere Wallburgen. Vor Ort sind noch gewaltige Wälle erhalten, allerdings scheinen diese massiv gestört zu sein. Auch viele kleine Rollsteine liegen auf den Wällen und in der Burg herum, sodass man früher sogar davon ausging, hier eine frühdeutsche Anlage vor sich zu haben. Die Steine stammen aber nachweislich aus dem 19. Jahrhundert, als man den Burgplatz wirtschaftlich als Vorwerk nutzte und neu bebaute. Diese neuzeitlichen Gebäude wurden zwar entfernt, man liess aber hunderte von Feldsteinen vor Ort liegen. Die Wallburg besaß wohl auch nur ein Zugangstor. Zwei  weitere heute sichtbare Walleinschnitte im Norden und Süden des U-förmigen Walles, dürften aus der Zeit des Vorwerkes stammen. Gute 50 m vor dem Eingangstor der Höhenburg fiel mir ein Graben auf, der eine befestigte Vorburg anzeigen könnte. Wer die sehenswerte Wallburg besuchen möchte, muss sich auf einen gut zwei Kilometer langen Fußmarsch vom Ort Utzedel aus einstellen. Leider ist der Weg zur Burg nicht ausgeschildert.

Erhaltungszustand: mittel

Lage          

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Vellahn (Vermutung)

Möglicherweise steht die Dorfkirche von Vellahn auf den Resten einer einstigen Wendenburg. Die Kirche wurde um 1170 erbaut, zu einer Zeit also, in der es üblich war, heidnische Kultplätze mit Kirchen zu überbauen.

Erhaltungzustand: nicht erhalten

Lage 

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Verchen

Eine slawische Burg existierte wohl auch im heutigen Dorf Verchen am Kummerower See. Der alte Flurname "Borgwall" verweist auf eine Stelle zwischen zwei Seen im Ort, dem Vorder- und Hintersee. An dieser Stelle fand man Keramik der frühslawischen Zeit (Suckower und Feldberger Keramik), sowie der mittelslawischen Zeit (Menkendorfer und Fresendorfer Keramik). Von Spuren eines Burgwalls ist vor Ort aber nichts mehr zu erkennen. In älteren Burgwallregistern wird dieser Stelle bereits als Burgwall geführt.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage

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Vietlübbe (Vermutung)

Gut einen Kilometer südwestlich von Vietlübbe (Gemeinde Karbow-Vietlübbe) im Landkreis Ludwigslust-Parchim befindet sich eine ausgedehnte Burganlage mitten in den Wiesen. Hier stand einst die deutsche Burg Stüvendorf, die bereits im 13. Jahrhundert unterging. Da der Burgplatz ziemlich groß ist (Nord-Süd-Ausdehnung: ca. 160 m), geht man davon aus, dass hier einst ein slawischer Burgwall bestand. Auch die Mehrgliedrigkeit und Lage in einem damaligen See spricht für diese Annahme. Der Name Vietlübbe soll "Ort des Vitolub" bedeuten. Leider wurde im 19. Jahrhundert ein Teil des Burgwalls für die Wiesenverbesserung abgetragen.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

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Vipperow

Die Burgwallinsel Vipperow befindet sich leicht nordöstlich vom gleichnamigen Dorf inmitten der kleinen Müritz. Höchstwahrscheinlich befand sich hier ein Stammesmittelpunkt der Müritzer. Im frühen Mittelalter scheint der Ort "terra Vepperowe" mehr Bedeutung als Waren oder Röbel gehabt zu haben. Die erste Besiedlung der Gegend dürfte sicherlich schon um das 8. Jahrhundert stattgefunden haben und endete im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. 1178 taucht Vipperow erstmals in einer Urkunde auf anlässlich der Bestätigung des Bistumes Schwerin durch Papst Alexander III.. Die Inselburg dürfte aufgrund der Größe aber nicht größer als 90 mal 70 m gewesen sein.  Der Wasserstand der kleinen Müritz war zur Slawenzeit allerdings auch ca. 1 bis 1,5 m niedriger. Somit war die Inselfläche etwas größer als heute. Da diese Insel aber relativ weit vom Ufer lag, errichteten die Slawen hier trotzdem wegen der guten Schutzlage eine Burganlage. Schwierig ist auch die Frage des Zugangs zur Burg zu beantworten. Es könnte sein, dass die Slawen nur mit Booten oder Flößen zu ihrer Anlage kamen. Die umliegenden Ufer befanden sich um die 200 bis 300 m entfernt. Auch konnte man hier erstmals einen eigenständigen Keramiktyp erkennen, der fortan als "Vipperower Typ" bezeichnet wurde. Ausgrabungen fanden 1924 und 1954 auf der Insel statt. Dabei wurden wertvolle Funde geborgen, wie ein Schatzfund aus acht niederelbischen Agrippinern, eine Waagschale mit Zirkelschlagmuster, ein bronzener Schläfenring, eine Lanzenspitze, ein silbertauschierter Pyramidenstachelsporn, eine tordierte Trense, ein Steigbügel, eine tauschierte Schnalle, verschiedene Eisen und Knochengeräte, darunter ein verzierter Geweihbehälter und Dreilagenkämme, Geräte aus Holz (Paddel, Nagel, Eimerdauben, Kellen), eine aus Ton gefertigte Pferdefigur, mehrere Spinnwirtel, Netzsenker und Webgewichte sowie Lederreste und der Oberstein einer Drehmühle. Die mittel- bis spätslawische Keramik zählte zu den Menkendorfer- ,Teterower- ,Bobziner- ,Weisdiner- ,Vipperower - und Garzer Typen. Bei Unterwasseruntersuchungen im Jahr 1999 fand man vor dem Südufer der Insel einen 4,4 m langen Einbaum in ca. 3 m Tiefe. 2002 und 2003 wurden weitere Untersuchungen im Umfeld der Insel vorgenommen. Dabei wurde auch Sonar eingesetzt, um die Wassertiefen in der nahen Umgebung zu bestimmen. Dabei stieß man auch auf einen wohl künstlich errichteten 100 m langen Damm, der von der Südostspitze der Insel zum südlich gelegenen Ufer der kleinen Müritz verläuft. Ob hier einst eine Brücke bestand, konnte man nicht feststellen. Es fanden sich am Grund des Sees keinerlei Brückenüberreste. Solche Dammschüttungen sind aber von anderen Burgen bekannt, beispielsweise von der Möllner Burg bei Neubrandenburg in Mecklenburg. Dort ist der See fast verlandet und deutlich kann man eine Dammschüttung zur ehemaligen Burgwallinsel erkennen. Auf ihr war eine Brückenverbindung errichtet worden. Solche Dammschüttungen dienten sicherlich zur Stabilisierung der Bauhölzer im weichen Seegrund. Die Vipperower Burgwallinsel war an ihrem damaligen Uferbereich umgehend durch hölzerne Palisaden geschützt, wie man weiter bei den Untersuchungen herausfand. Nach heutigem Wissensstand gab es auf der Insel keine Wallbefestigung. Durch die gute natürliche Schutzlage im See reichte eine einfachere hölzerne Burgmauer wohl aus.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Wangelin

Gut einen Kilometer westlich von Wangelin im Landkreis Ludwigslust-Parchim befinden sich die Überreste einer slawischen Wallburg. Mit ca. 50 m Durchmesser war sie relativ klein. Dennoch dürfte ihre strategisch günstige Lage nicht leicht anzugreifen gewesen sein, da sie mitten in einem Feuchtgebiet lag. Man kann annehmen, dass zu der Burganlage eine hölzerne Brücke führte.

Erhaltungszustand: mittel

Lage    

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Wardow

 

Der kleine Burgwall befindet sich beim Ort Wardow im Landkreis Rostock, ca. 550 m nordöstlich des ehemaligen Schlosses. Anfahrt über die B103/B108 von Rostock bis zur Stadt Laage, von dort über die L19 (Richtung Tessin) und K37 (Richtung Boddin/Gnoien) nach Wardow. Vom ehemaligen Gutshaus führt ein Wanderweg zum genannten Denkmal. Der slawische Burgwall "De rug Barg" liegt in der Niederung des Pludderbaches auf einem natürlichen Geländesporn. Der Ringwall wurde im 10. Jahrhundert erbaut und bis ins 12. Jahrhundert genutzt. Bedeutend ist die Lage an der Handelsstraße Via Regia, der bedeutendsten mittelalterlichen Ost-West-Verbindung. Eine Erläuterungstafel ist vorhanden.

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Waren an der Müritz

Südlich von Waren an der Müritz im Landkreis Mecklenburgische-Seenplatte liegt die sogenannte „Burgwallinsel“ im „Feisneck-See“. Ganz im Süden des bewaldeten Eilandes liegen die schwachen Überreste einer kleinen slawischen Burganlage (Fundplatz: Waren 1). Nach dem modernen Laserscanbild zu urteilen hatte sie einen Durchmesser von nur 50 bis 60 m. Nach Norden hin lag ein leicht erhöhtes Vorburgareal, in dem vor allem Handwerker ihre Wohnunterkünfte hatten. In den Jahren 1926, 1953 und 1956 fanden kleine Ausgrabungen auf der Insel statt. Dabei konnte man nachweisen, dass die Insel bereits seit der frühslawischen Zeit des 9. Jahrhunderts als Inselsiedlung genutzt wurde. Im Verlauf des 10. Jahrhunderts wurde diese Siedlung mit einem kleinen Burgwall erweitert. Dieser entspricht den typischen mittelslawischen Kleinburgen und war vermutlich der Sitz eines lokalen Herren, der die nähere Umgebung verwaltete. Von der Insel liegen bisher Keramikfunde der Arten „Feldberg“, „Fresendorf“, „Menkendorf“, „Teterow“, „Weisdin“, „Bobzin“ und „Vipperow“ vor. Im Burgwallareal fand man überwiegend spätslawische Keramiken. Die Archäologen kamen daher zu dem Erkenntnis, dass der Burgwall erst in der Zeit um 1000 erbaut wurde. Vielleicht wurde die Burg erst nach dem erfolgreichen Slawenaufstand von 983 angelegt? Im Vorburgareal barg man eine Silbermünze aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts (Niederelbischer Agrippiner). Weitere Funde aus der Vorburgsiedlung waren ein Hakensporn, ein Löffelbohrer, eine Schere, Schlittknochen, Schleifsteine, Messer, Hüttenlehm und Spinnwirtel. Diese Funde deuten auf einen gehobenen Lebensstandard der Inselbewohner hin. Zu der Insel muss eine hölzerne Brückenkonstruktion geführt haben. Diese ist bis heute nicht nachgewiesen worden. Ich vermute, dass sie vom Nordostzipfel der Insel in Richtung Ostufer des „Feisneck-Sees“ verlief.

Erhaltungszustand: mittel

Lage

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Warin

In Warin im Landeskreis Nordwestmecklenburg, gab es in der slawischen Zeit eine mittelgroße Burganlage. Sie stammte aus dem 9. bis 12. Jahrhundert und lag am Südrand der Stadt am Glammsee. In der deutschen Zeit wurde sie zu einer Bischofsburg ausgebaut, wie eine Urkunde aus dem Jahre 1229 verrät. Im Jahre 1839 wurden die letzten Gebäude dieser ehemaligen Bischofsburg abgerissen. Daher ist heute nichts mehr von den einstigen Burgen zu sehen. Nur noch die "Burgstrasse" erinnert an den vorgeschichtlichen Ort.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage?

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Waschow (Vermutung)

Gut zwei Kilometer südwestlich von Waschow bei Lassan im Landkreis Vorpommern-Greifswald lag vermutlich eine slawische Burganlage auf dem sogenannten "Fuchsberge". Heute liegt diese Stelle in einem Waldgebiet. Es ist vor Ort nur noch eine Art gerader Wallrest von 70 bis 80 m Länge erkennbar, dem nördlich eine kreisrunde tiefe Grube von etwa 90 bis 100 m Durchmesser folgt. Was es mit dieser eigenartigen Stelle aufsich hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Lage 

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Weberin

Vermutete Lage der Höhenburg zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018 (grau: besiedelte Areale)

Etwa 900 m nordwestlich von Weberin liegen die Reste einer slawischen Burganlage am "Frauensee". Die Slawen errichteten nur dort ein Wallsystem, wo Angreifer die Burg belagern konnten. An der Seeseite brauchte man keinen Wall, da hier das Seeufer steil abfiel. Die Burg hat ca. 100 bis 120 m Durchmesser. Das Zugangstor befand sich vermutlich im Osten. Die Wallanlage wurde bereits um 1855 von Herrn Pastor Willebrand zu Cladow besucht und vermessen. Er schilderte auch keramische Oberflächenfunde. Die Burg kann man in die frühslawische Zeit des 8./9. Jahrhunderts einordnen.

Erhaltungszustand: gut

Lage 

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Wedendorf (Vermutung)

Eine oberirdisch nicht mehr wahrnehmbare Slawenburg befand sich mit einiger Wahrscheinlichkeit unter dem heutigen Schloss in Wedendorf im Landkreis Nordwestmecklenburg. Da sie von Norden und Süden von Gewässern umgeben war, dürfte es sich in der Slawenzeit um eine Art Inselburg gehandelt haben. Nach der slawischen Zeit errichtete man an gleicher Stelle eine deutsche Burganlage, die 1697 zum barocken Schloss umgebaut wurde.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Welzin

Etwa 1,4 Kilometer südlich von Welzin im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen die Überreste einer ca. 80 m großen  kreisrunden Slawenburg (Fundplatz: Welzin 15). Heute liegt die gut erhaltene Wallburg in einem Waldgebiet, war damals aber eine Niederungsburg auf einer Art Halbinsel, umgeben von Sumpf und Moor, oder gar einem kleinen See?

Erhaltungszustand: gut

Lage    

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Wendelstorf

Am Südrand des Dorfes Wendelstorf im Landkreis Nordwestmecklenburg befinden sich die kaum erkennbaren Reste einer kleineren slawischen Burganlage. Sie wurde von ihren Erbauern direkt am östlichen Hochufer des Wendelstorfer Sees errichtet. Die Burgfläche ist annähernd rechteckig gewesen und ca. 60 m x 40 m groß. Im Süden ist noch ein Graben erkennbar. Mit Sicherheit lebte in dieser Anlage ein Vertreter der obodritischen Gesellschaft.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage    

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Wendhof

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Wendhof (Gemeinde Göhren-Lebbin) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte liegen die gut erhaltenen Überreste eines slawischen Ringwalles. Das auch unter dem Flurnamen „Kleiner Eschhorst“ bekannte Bodendenkmal ist heute noch 60 m groß und bis zu 2 m hoch erhalten geblieben. Es handelt sich um einen typischen Niederungsringwall vom „Typ Tornow“, der auf einer natürlichen Talsandinsel errichtet wurde. Auf einigen Luftbildern und im modernen Laserscanbild ist zu erkennen, dass sich gleich nördlich des Burgwalles eine befestigte Vorburgsiedlung anschloss. Die knapp 9000 m² große Vorburgfläche war vermutlich nur mit hölzernen Palisaden und einem Außengraben befestigt. Eine echte Wallbefestigung der Vorburg lässt sich im Laserscanbild leider nicht mehr erkennen. Falls es sie gab, wurde sie restlos abgetragen. Der Burgwall von Wendhof existierte in der mittelslawischen Epoche und stellte den stark befestigten Sitz eines Lokalherren dar. In der Vorburg saßen sicher spezialisierte Handwerker und Bedienstete, die dem Burgherren unterstanden. In welche Zeit die Burgsiedlung von Wendhof gehört, muss vorerst Spekulation bleiben. Ausgrabungen an Burgwällen des „Tornower Typs“ in Brandenburg ergaben eine Laufzeit dieses Burgentyps von um 870 bis um 975. Etwa einen Kilometer nördlich der „Kleinen Eschhorst“ liegen die Überreste einer weiteren, etwa 100 m großen, Niederungsburg in ehemaliger Halbinsellage (Flur: Göhren-Lebbin). Ob diese bisher undatierte Ringwallburg eine frühslawische Vorgängerburg des 9. Jahrhunderts oder eine spätslawische Nachfolgeburg des 11./12. Jahrhunderts gewesen ist, muss letztendlich die Archäologie klären.

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Wendorf

Ungefähr 1,2 Kilometer südwestlich von Wendorf bei Weberin liegen die Reste einer alten slawischen Burg aus dem 8. bis 10. Jahrhundert. Sie hat eine runde Form von 90 bis 100 m Durchmesser. Dieser Burgwall liegt auf der Ostspitze einer halbinselartigen Landzunge, die im Norden und Süden von Wiesen und im Osten von einem Bach begrenzt wird. Der Zugang zu der Anlage befand sich im Westen. Der Burgwall wird vom Volksmund auch "Hexenberg" genannt. Die nördlichen Wiesen vor dem "Hexenberg" nannte man in alter Zeit noch "beim alten Hofe", vielleicht ein Hinweis auf die frühslawische Burg.

Erhaltungszustand: mittel

Lage 

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Werder (Penzlin)

1. "Englischer Garten"

Nicht ganz einen Kilometer nordwestlich von Werder bei Penzlin (Mecklenburgische Seeplatte) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste eines Burgwalles in ehemaliger Halbinsellage am „Großen Penzliner Stadtsee“. Das auch unter dem Flurnamen „Englischer Garten“ bekannte Bodendenkmal stellt einen bis zu 95 m großen, länglich ovalen Ringwall dar, der noch 6 bis 7 m hoch erhalten geblieben ist. Die höher liegende geschützte Burgfläche ist noch bis zu 60 m lang und 30 m breit. Zwei Wallsenken sind noch heute im Burgwall zu erkennen, wobei der nordöstliche Einschnitt aus der Neuzeit stammen dürfte. Das ursprüngliche Burgtor lag im Westen zur Seeseite hin. Da bisher noch keine professionellen Ausgrabungen stattgefunden haben, bleibt vorerst offen, aus welcher Zeit diese Befestigung stammt. Vieles spricht meiner Meinung nach aber für einen slawenzeitlichen Ursprung. Die natürliche Halbinsel mit dem Burgwall wurde mit einem breiten Graben vom Festland abgetrennt und stellte so eine künstliche Inselburg dar. Die frühdeutschen/mittelalterlichen Burgen der näheren Umgebung lagen auf natürlichen Geländekuppen (z.b. Prillwitz, Weisdin, Penzlin „Alte Burg mit Hexenkeller“ usw.). Keine der mittelalterlichen/deutschen Burgen hatten also eine Niederungslage. Dennoch muss erwähnt werden, dass im Areal des Burgwalls von Werder „Englischer Garten“ ein mittelalterliches Hausfundament beobachtet werden konnte. Noch heute ist  etwa in der Mitte der Burgfläche eine flache Grube mit Resten von Backsteinen zu finden. Bei meinen unzähligen Besuchen seit dem Jahr 2002 konnte ich allerdings auch wenige slawische Scherben beobachten, die den slawenzeitlichen Ursprung der Burg erhärten. Durch die geringen Ausmaßen der Burg könnte es sich um eine slawische Burg des 10. und vielleicht noch 11. Jahrhunderts gehandelt haben. Erst moderne Ausgrabungen können hier eindeutige Beweise liefern. Erwähnenswert ist noch, dass der Burgwall im 19. Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel der damaligen Bevölkerung war. Das Areal war parkartig gestaltet und sogar ein großes metallisches Götzenbild war vorhanden. Das dem Slawengott „Radegast“ nachempfundene Götterbild konnte auch als Ofen genutzt werden. Als man den Ofen zu bestimmten Anlässen entzündete, entwich der Qualm aus dem Gesicht der Bildstele. Aus dieser Zeit erhielt der Burgwall vermutlich den heutigen Flurnamen „Englischer Garten“. Bei meinen ersten Besuchen im Jahre 2002 befanden sich nördlich des Burgwalls noch die Ruinen von Holzbaracken aus DDR-Zeiten. Welchen Zweck sie einst hatten, ist mir unbekannt. Glücklicherweise sind sie kurz darauf restlos abgetragen worden. Ein Besuch des noch sehenswerten Burgwalls ist wie immer  nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen! 

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

2. Halbinsel Werder/Penzliner Stadtsee (Vermutung)

Im Ort Werder bei Penzlin befindet sich eine weitere Halbinsel, die möglicherweise Standort einer Slawenburg war. Vor Ort erkennt man noch einen nicht sehr hohen Wall, durch den heute ein kleiner befahrbarer Weg zu den Häusern führt, die auf der Halbinsel liegen. Ob dieser Wall allerdings moderner Art ist oder aus der Slawenzeit stammt, entzieht sich meiner Kenntnis. Offiziell wird dieser Platz nicht als Burg geführt, aber er ist auf diversen Landkarten an Radwegen als Burgwall verzeichnet. Auf weiteren Landkarten fehlt der Hinweis aber (siehe Bild). Vielleicht liegt hier eine Verwechselung mit dem Burgwall "Englischer Garten" vor? Eine endgültige Klärung, ob hier eine Burg stand oder nicht, kann erst durch Ausgrabungen beantwortet werden.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

3. Werder Halbinsel "Kleiner Stadtsee" (Vermutung)

Südlich von Werder bei Penzlin befindet sich der "Kleine Stadtsee", der durch einen schmalen Graben mit dem größeren "Penzliner Stadtsee" verbunden ist. In dem kleinen Stadtsee gibt es eine schmale lange Halbinsel, auf der sich in der mittelslawischen Zeit eine kleinere Wallanlage befunden haben könnte. Bei meinem Besuch im Sommer 2013 konnte ich ganz am nördlichen Ende der Halbinsel eine horstartige Erhöhung von ca. 50 m Durchmesser erkennen. Ob diese natürlichen oder menschlichen Ursprungs ist, kann ich nicht sagen. Es befanden sich viele "Wildschweinlöcher" auf dieser Horst, die einige Meter über dem Seespiegel liegt. Trotz intensiver Suche in diesen Löchern und am Randbereich der Horst fand ich keinerlei Hinterlassenschaften aus der Slawenzeit. Der Platz muss sich den Slawen aber förmlich angeboten haben, ob als Siedlung oder Burg.  Will man die Halbinsel erkunden, muss man sich in den kälteren Jahreszeiten von Süden her durch den Wald auf der Halbinsel annähern. Einen Weg gibt es auf der Halbinsel nicht. Im Sommer wimmelt es hier nur so vor Vegetation und Mücken, sodass ein Besuch fast unerträglich wird! Interessant ist weiterhin, dass sich südöstlich der Halbinsel ein mittelalterliches Wallsystem befindet, das die "Eiserne Pforte" genannt wird. Dabei handelt es sich um eine mittelalterliche Landwehr, die teilweise aus drei nebeneinanderliegenden Wällen besteht. Da man auch Keramik des Feldberger Types in den Wällen dieser Landwehr antraf ist bewiesen, dass die Gegend schon sehr früh von den Slawen besiedelt wurde oder hier ein früherer Weg verlief. Die slawischen Scherben gelangten sicherlich als älterer Siedlungsabfall in das Wallsystem der Landwehr, die aus dem 13./14. Jahrhundert stammen dürfte. Vom Dorf Werder führt ein schmaler langer Landweg zum "Kleinen Stadtsee" und man kann direkt an der "Eisernen Pforte" parken. Allerdings ist dieser Landweg von so schlechter Qualität (Unebenheiten, Löcher usw.), dass er mit einem normalen PKW kaum befahrbar ist. Man sollte sich von Werder aus zu Fuß oder mit dem Rad auf den Weg dorthin machen! Hinweisschilder führen vom Dorf aus zu den beschriebenen Orten.

Erhaltungszustand: gut

Lage

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Werle

  

Infoschild am nicht mehr erkennbaren Burgwall und Lage zur Slawenzeit, nach R. Krüger 2018

Die Burg Werle ist eine ehemalige slawische Burganlage in der Nähe vom Kassower Ortsteil Werle, nordwestlich der Stadt Güstrow in der Nähe der Warnow. An dieser Stelle befindet sich heute nur noch ein künstlich aufgeschütteter flacher Hügel, mit einem seit dem Jahr 1856 dort liegenden etwa 6 Tonnen schweren Granitfindling. Die Burg war einst Regierungssitz der Fürsten von Werle und wurde wahrscheinlich schon im 8./9. Jahrhundert von den hier ansässigen Slawen gebaut und im frühen 13. Jahrhundert aufgegeben. Die schwer einzunehmende Burg war im Zuge der deutschen Ostkolonisation oft hart umkämpft und wurde mehrfach belagert und eingenommen. So soll "Heinrich der Löwe" die Burg 1160 durch eine List eingenommen und dabei den Slawenfürsten "Niklot" getötet haben, als dieser einen Hinterhalt gegen die Sachsen legen wollte. Dessen Söhne "Pribislaw I." und "Wertislaw" brannten daraufhin die Burg ab und flüchteten in die nahen Wälder. Später erhielten sie die Burg zurück, mussten diese aber bereits 1163 wieder aufgeben. "Wertislaw" geriet im Winter 1163, als "Heinrich der Löwe" einen Straffeldzug gegen das Brüderpaar durchführte, bei der Verteidigung der Burg Werle in die Gefangenschaft des Herzogs und wurde später hingerichtet. Nach einem Friedensschluss kam die Burg 1167 endgültig an "Pribislaw I.". Um 1200 wurde die Anlage ein letztes Mal ausgebaut, konnte aber die einstige Bedeutung nicht wiedererlangen und wurde später aufgegeben. Von der einstigen Festung ist heute allerdings nichts mehr zu erkennen. Man konnte allerdings feststellen, dass diese Anlage aus einer Vor- und Hauptburg bestand, einen eigenen kleinen Hafen an der Warnow hatte und sich in der Nähe ein slawischer Friedhof befand.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Wildberg (Kastorfer See)

Eine große dreigliedrige wilzische Burganlage aus dem 8./9. Jahrhundert liegt etwa zwei Kilometer westlich von Wildberg bei Altentreptow am bewaldeten Ostufer des Kastorfer Sees. Die Anlage besteht aus einer kleineren Hauptburg und zwei größeren Vorburgen. Alle Wälle sind noch sehr gut erhalten geblieben und auch die einstigen Toranlagen sind noch deutlich durch Wallsenken zu erkennen. In den vegetationsärmeren Wintermonaten ist die auf einem leichten Hochufer gelegene Burganlage besonders gut auszumachen. Entstanden ist die Burg im Verlauf des 8. Jahrhunderts als typischer befestigter Rückzugsort für die in der Nähe wohnenden slawischen Einwohner. Erst im späten 8. bis frühen 9. Jahrhundert wurde wahrscheinlich die kleinere Hauptburg innerhalb des Burgwalls errichtet. Hier residierte der im Laufe der Zeit entstandene lokale Adel der Gegend, der das umliegende Land politisch, millitärisch und ökonomisch verwaltete. Das Burgoberhaupt war möglicherweise einer der wilzischen Kleinkönige, die in fränkischen Überlieferungen des späten 8. Jahrhunderts erwähnt wurden. Auffällig ist, dass der gesamte Burgbereich zur Seeseite hin offen ist. Hier bestanden nur einfachere hölzerne Palisaden oder unverfüllte Holzkastenkonstruktionen, die im Laufe der Zeit verwitterten und dadurch heute nicht mehr erkennbar sind. Auch an anderen Burgwällen jener Zeit ist ersichtlich, dass die Slawen die massiven Befestigungsanlagen einer Burg nur an den leicht zugänglichen Stellen konzentrierten. Wie alle großen Wilzenburgen, ging auch dieser Burgwall ab der Mitte des 9. Jahrhunderts unter. Ursachen dafür waren zum einen die ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Franken seit Karl dem Großen und ihren obodritischen Verbündeten und zum zweiten machtpolitische Umstrukturierungen im Wilzenland, in denen schwer zu verteidigende Großraumburgen anscheinend keinen Platz mehr hatten. Ausgrabungen innerhalb der kleinen Hauptburg ergaben, dass dieser Bereich im frühen 13. Jahrhundert erneut kurzzeitig  besiedelt wurde. Wahrscheinlich wurde der alte Wall der Hauptburg in dieser Zeit wieder befestigt; auf welche Art und Weise ist allerdings unbekannt. Vermutlich suchten sich deutsche Einwanderer nach ihrer Ankunft im unterworfenen Slawenland diesen Platz als vorübergehenden Wohnsitz aus. Ob diese ritterlicher Abstammung waren, entzieht sich unserer Kenntnis, da keinerlei Schriftquellen aus jener Zeit vorhanden sind. In unmittelbarer Nähe vom frühslawischen Burgwall Wildberg befinden sich noch zwei weitere Burganlagen aus der Slawenzeit. Im 9./10. Jahrhundert entstand am nahen Westufer des Sees, genau gegenüber vom Burgwall Wildberg, ein kleiner mittelslawischer Rundwall. Auf der Insel im Kastorfer See konnte durch Ausgrabungen eine weitere befestigte Inselsiedlung/Inselburg mit Marktplatzcharakter nachgewiesen werden, die dem 10. bis 12./13. Jahrhundert zugeordnet wird. Diese beiden Burgen liegen auf der heutigen Gemarkung von "Kastorf" und werden dort von mir beschrieben. Alle drei Burganlagen bestanden nacheinander und beweisen, dass der Bereich des Kastorfer Sees ein bedeutender Mittelpunkt im Tollerserland gewesen sein muss, der vom 8. bis frühen 13. Jahrhundert durchgehend von Slawen besiedelt war.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage

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Willershusen (Vermutung)

Etwa 800 m nordöstlich von Willershusen im Landkreis Vorpommern-Greifswald befinden sich die gut erhaltenen Überreste einer großen eingliedrigen Burganlage am sogenannten „Rycktal“. Es handelt sich um eine natürliche plateauartige Anhöhe, die mit einem umlaufenden Burgwall befestigt wurde. Die Holz-Erde-Mauer folgte in etwa dem Verlauf der natürlichen Erhebung und erreicht eine heutige Ausdehnung von etwa 370 x 325 m! Das etwa 6,5 ha große bewaldete Bodendenkmal wird auch als „Burg Guttin“ bezeichnet. Der umlaufende Burgwall erreicht nach außen noch Höhen von 3 bis 8 m. Zur inneren, teils sehr unebenen, Burgfläche ist der Wall noch 0,6 bis 2,5 m hoch. Anhand von überwiegend vorgeschichtlichen Keramikscherben wird die Burganlage der jüngeren Bronzezeit zugeordnet. Es fanden sich aber auch spätslawische und frühdeutsche Keramikscherben, die auf eine spätere begrenzte Nutzung des alten Areals schließen lassen. Mit einer späteren slawischen Burg haben wir es hier also nicht zu tun. Die Slawen nutzten das große Areal vermutlich nur teilweise als befestigte Siedlung. Vielleicht verlief über die nahe Niederung der „Ryck“ eine alte Handelsstrasse zur nahen Ostsee, die schon in der Bronzezeit von Bedeutung war? Ein Besuch des Bodendenkmals ist nur in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen! 

Erhaltungszustand: gut

Lage         

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Wittenborn

Etwa 1,2 Kilometer südöstlich von Wittenborn (Mecklenburgische Seenplatte) liegen am Rand der „Brohmer Berge“ die gut erhaltenen Überreste einer zweigliedrigen Höhenburg (Fundplatz: Wittenborn 1). Über einen kleinen Feldweg gelangt man heute vom Ort aus nach einem längeren Fußmarsch zum bewaldeten Bodendenkmal. Es handelt sich um eine etwa 120 x 100 m große plateauartige Hauptburg auf einem natürlichen Geländesporn und einem nach Norden hin vorgelagerten, etwa 300 m langen Riegelwall. Bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich im Ursprung um eine bronzezeitliche oder frühslawische Höhenburg handelt. Die etwa 5,5 ha große zweigliedrige Burganlage wurde erst in den 1920 er Jahren als solche erkannt. Der Forscher Walter Karbe aus Neustrelitz untersuchte das Areal im Jahre 1929 und kam zu dem Ergebnis, dass es sich vermutlich um eine germanische Fluchtburg handelte. Er erkannte erstmals auch die Zweigliedrigkeit der Höhenburg, konnte bei seinen oberirdischen „Schürfungen“ aber keinerlei Hinterlassenschaften vorfinden. Im Jahre 1937 untersuchte W. Bastian das Burgareal der Hauptburg und legte dort mehrere Sondagen an. Er barg dabei einige Keramikscherben, die er zeitlich aber nicht einordnen konnte. Zudem vermutete er, dass die Hauptburg einst mit Palisaden gesichert wurde. Er bezeichnete die Burg abschließend als eine der Höhenburgen Mecklenburg-Vorpommerns, die zeitlich nicht datiert werden können. Im Jahre 1973 kam es zu einer erneuten und vorerst letzten Untersuchung des Bodendenkmals unter der Leitung von Volker Schmidt. Er legte zwei Wallschnitte im Bereich der plateauartigen „Oberburg“ (Hauptburg) an und einen weiteren im Bereich des langen Vorburgwalles. Er kam zu dem Ergebnis, dass der lange Querwall der Vorburg nur einphasig war und über einen vorgelagerten trockenen Außengraben verfügte. Die Befestigung der plateauartigen Hauptburg bestand im Norden aus einem nur noch 1 m hohen Wall, der ehemals etwa 7,5 m breit und nach außen ebenfalls von einem tiefen Graben umgeben war. Während dieser Ausgrabungen konnte man nur zwei frühslawische Scherben vom „Typ Feldberg“ und zwei vorgeschichtliche Scherben beobachten. Auch ich habe die unwegsame Höhenburg seit dem Jahr 2010 mehrere Male besucht und konnte am äußeren Wallfuß des etwa 300 m langen Vorburgwalles etliche Rollsteine beobachten. Diese Rollsteine deuten auf eine ehemals steinverblendete Außenfront des Vorburgwalles hin, wie es typisch für frühslawische Höhenburgen war. Der Vorburgwall verläuft etwa von Nordosten nach Südwesten und überwindet enorme Höhenunterschiede von bis zu 20 m! Am tiefsten Punkt des Vorburgwalles lag auch der ehemalige Zugangsbereich zur Burgsiedlung. Einige Wissenschaftler vermuten heute, dass die plateauartige „Oberburg“ bereits eine bronzezeitliche Befestigung darstellte, die um das Jahr 800 von den Slawen erneut als Höhenburg befestigt wurde. Der etwa 300 m lange Vorburgwall wurde erst jetzt von den Slawen als zusätzliches Annäherungshindernis angelegt. Da der Vorburgwall nur eine Bauphase hatte, wurde die gesamte Höhenburg von den Slawen vermutlich nur wenige Jahrzehnte lang genutzt. Einen Besuch des Bodendenkmals empfehle ich in den kälteren Jahreszeiten.

Erhaltungszustand: gut

Lage               

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Wittenburg

Mit der einsetzenden Völkerwanderung rückten aus den östlichen Gebieten slawische Siedler vor. In der Gegend um das heutige Wittenburg ließ sich ein Stamm der "Polaben", der zu den "Obodriten" gehörte, nieder. Zu dieser Zeit wird die Entstehung der Burganlage mit dem späteren Namen "Amtsberg" im sumpfigen Gebiet der Motelniederung vermutet. Dies geschah im 7. - 9. Jahrhundert. Um 1150 begann die Wiedereroberung des Wendenlandes durch die überlegene Kriegsmacht des Sachsenherzogs "Heinrichs des Löwen". Wahrscheinlich wurde zu dieser Zeit auch die Burg von Wittenburg in Mitleidenschaft gezogen. Deutsche Siedler nutzten den vorhandenen Standort und errichteten darauf eine neue Burg zum Schutz des eroberten Landes. Am Fuß dieser Burg entwickelte sich Handwerk und Handel. So wurde die neue Burg Ausgangspunkt für die Stadtgründung Wittenburgs.

Lage               

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Wittenförden

 

Westlich von Schwerin liegt der Ort Wittenförden. Auch er hat eine slawische Vergangenheit. So befindet sich circa 600 m leicht südwestlich der Ortskirche ein ehemaliger Niederungsburgwall. Da er landwirtschaftlich beackert wird, sind seine Konturen nur noch zu erahnen. Er liegt inmitten des ehemaligen Forstwiesengeländes und ist mit einigen Bäumen umstanden. Der Ringgraben soll noch erkennbar und die Böschung bis zu 3 m hoch sein. Der ehemalige Wall ist noch hügelartig erhalten. Der Durchmesser der Burg dürfte um die 85 m betragen haben. Die ehemalige Siedlungsstelle trägt den alten Flurnamen "Borgwardt".

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Wolde (Vermutung)

Im südlichen Bereich des Ortes Wolde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte befinden sich die Wallreste einer frühdeutschen- bis mittelalterlichen Burganlage. Am 29. August 1491 wurde die Burg von Truppen des Pommernherzoges Bogislaw X. belagert. Der damalige Burgbesitzer Bernd II. von Maltzahn hielt sich nicht an gerichtliche Auflagen, was zur Belagerung führte. Ausserdem war er ein gefürchteter Raubritter. Die Belagerung verlief zunächst erfolglos, aber durch Unachtsamkeit der Burginsassen explodierten die Pulvervorräte in der Burg. Dadurch wurden Teile der Burg so stark zerstört, dass sie eingenommen werden konnte. Bernd II. von Maltzahn konnte aber entkommen. Bei neuzeitlichen Untersuchungen stellte man allerdings auch jungslawische Keramik fest. Daher muss man davon ausgehen, dass vor der deutschen Burg eine slawische Wallburg existierte. Selbst der mecklenburgische Altertumsforscher Friedrich Lisch war schon um 1860 der Meinung, dass hier eine slawische Burganlage bestanden haben muss. Das Burgareal umfasst 180 mal 85 m, was für eine deutsche Burg ungewöhnlich groß ist. Es ist daher anzunehmen, dass die deutschen Ritter eine alte slawische Burg für ihre Zwecke umfunktionierten. Die Burg ist heute noch von Wassergrabenanlagen umgeben, die noch aus der Slawenzeit stammen könnten. Eindeutig bewiesen ist hier noch keine Slawenburg, aber dennoch sehr wahrscheinlich. Um 1860 wurde auf dem Gelände der Burg eine neugotische Kirche errichtet, die heute noch als Ruine zu erkennen ist. Ganz in der Nähe befinden sich die slawischen Burganlagen am Kastorfer See.

Erhaltungszustand: mittel

Lage                  

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Woldegk

In Woldegk gab es ebenfalls einmal eine slawische Burganlage. Sie ist heute aber stark verschliffen und teilweise überbaut. Aus welcher Zeit sie stammt, ist noch nicht bekannt. Es ist aber aus meiner Sicht sicher, dass es sich um eine kleinere ovale Niederungsburg gehandelt hat, die etwa 50 bis 80 m groß war. Die etwa 1,5 m hohen Überreste liegen heute im Bereich zwischen der Woldegker Stadtmauer und dem Ziegeleiweg. Im Sommer 2015 habe ich das ehemalige Areal untersucht und konnte auf der Oberfläche wenige slawische Scherben vorfinden. Das Bild oben zeigt die etwa 1,5 m hohen plateauartigen Überreste des von mir vermuteten Burgwalls mit Blick von der Stadtmauer in Richtung Norden. 

Erhaltungszustand: nicht erhalten

Lage 

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Woldzegarten (Vermutung)

Der Name Woldzegarten kommt aus dem Slawischen und bedeutet soviel wie "die Burg die am Waldsee liegt". Woldzegarten liegt heute zwischen zwei Seen und war damit immer schwer zugänglich und gut zu verteidigen. Reste eines alten slawischen Burgwalls sollen vorhanden sein. Wo diese allerdings genau liegen, konnte ich nicht herausfinden.

Erhaltungszustand: nicht erhalten (Lage unbekannt)                                                    

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Wolgast

Lage der Burg auf der heutigen Schlossinsel; einfacher Lageplan nach R. Krüger 2017

Im heutigen Wolgast befand sich zur Slawenzeit eine Burganlage, zu der auch ein Tempel gehörte, in dem der Gott "Jarovit/Gerovit" verehrt wurde. Der Tempel befand sich höchstwahrscheinlich auf einer Anhöhe, an der heute die Stadtkirche von Wolgast steht. Wo nun aber die Burganlage gestanden hat, ist schwieriger zu bewerten. Wahrscheinlich lag sie auf der heutigen Schlossinsel, ca. 300 m weiter östlich des Tempels. Zur Slawenzeit handelte es sich hier noch um eine Halbinsel, die erst später durch einen größeren Graben zur künstlichen Insel wurde. Wann diese Burg errichtet wurde, ist nicht überliefert, aber wohl schon in altslawischer oder mittelslawischer Zeit anzunehmen. Anscheinend befand sich der spätere Tempel des "Jarovit" ausserhalb der Burganlage oder in dessen Vorburgbereich. Solche Bauweisen kann man aber oft bei den Slawen erkennen. Tempelanlagen befanden sich selten in direkter Nähe von bewohnten Bauten, meist lagen sie einige Meter davon entfernt. Die Burganlage hatte wohl die Hauptaufgabe einer Zoll- und Überwachungsstation an der Peene, kurz bevor diese in die Ostsee mündet. Im Laufe des 12. Jahrhunderts wurde dieser Ort christianisiert und der Tempel zerstört, wo man kurz darauf eine erste Kirche errichtete. Später dann baute man die noch heute bestehende Stadtkirche, die allerdings auch mehrere Male durch Zerstörungen im späteren Mittelalter erneuert werden musste. Interessant ist, dass sich im östlichen Innenbereich der Kirche ein eingemauerter Stein befindet, auf dem eine menschliche Figur mit einer Lanze eingeritzt ist. Dabei soll es sich um den Slawengott "Jarovit" handeln. Vielleicht mauerte man ihn hier ein, um ihn endgültig durch den christlichen Gott zu ersetzten. Sowas kann man auch in anderen Kirchen des Landes erkennen, speziell auf Rügen (Kirche von Bergen, Kirche in Altenhagen). Was mit der slawischen Burganlage geschah, kann man nur vermuten. Zu erkennen ist von ihr nichts mehr. Sie wurde mit Sicherheit geschliffen oder komplett überbaut. Noch heute gibt es in Wolgast die "Burgstraße", die zur Schlossinsel führt. In deren Bereich wird sie wohl zu vermuten sein.

Erhaltungszustand: nicht erhalten

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1. Wolkow "Hoher Wall"

Etwa 1,5 Kilometer südsüdwestlich von Wolkow (bei Demmin) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste eines slawischen Burgwalles. Das auch unter dem Flurnamen „Hoher Wall“ bekannte Bodendenkmal besteht aus einem bogenförmigen Abschnittswall, der ein natürliches flaches Plateau an der Peeneniederung abriegelte. Vor dem Wall liegt ein trockener Außengraben, dessen Erde in die hölzerne Wallkonstruktion verfüllt wurde. Ob das Burgareal auch zur Peene hin mit einem Wall befestigt war, ist heute nicht mehr zu erkennen. Zumindest gab es hier aber einfachere Holzkonstruktionen. Die Burg hatte samt Außengraben einen Durchmesser von unter 100 m. Keramikscherben des „Feldberger Typs“ deuten auf eine früh- bis mittelslawische Burg hin. Der Wall ist noch bis zu 3 m hoch erhalten geblieben und wurde nach meiner Meinung mindestens einmal erneuert. Die kleine Burg dürfte also einige Jahrzehnte in Nutzung gewesen sein. Eine genaue Datierung der Burg kann erst die moderne Archäologie liefern!

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage            

2. Wolkow "Weisser Wall"

Etwa 1,6 Kilometer südöstlich von Wolkow (bei Demmin) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer bewaldeten Höhenburg. Das auch unter dem Flurnamen „Weißer Wall“ bekannte Bodendenkmal besitzt einen Außendurchmesser von etwa 170 m. Die Erbauer errichteten die Höhenburg auf einem natürlichen Sporn am Ostende eines großen hügeligen Werders. Südlich bis östlich des Werders verläuft noch heute der begradigte Hauptarm der Peene. Im Norden des Werders  verlief ein Nebenarm der Peene, der heute nur noch als Niederung zu erkennen ist. Damit war der Werder mit der Höhenburg auf natürliche Weise geschützt. Das einzige Zugangstor zur Höhenburg lag im Westen. Leider wurde gerade dort ein Teil des Burgwalles in der Neuzeit abgetragen. Eine genaue Datierung des Burgwalles steht bis heute aus, da noch keine modernen Ausgrabungen vor Ort stattgefunden haben. Allein durch die Größe und Lage der Burg kann man ihre Entstehungszeit in der frühslawischen Zeit vom um 800 bis 900 vermuten. Im Jahre 1957 wurden bei Baggerarbeiten im Flussbett der östlich verlaufenden Peene hölzerne Brückenreste beobachtet. Die Burg könnte also eine damalige Furt über den Hauptarm der Peene überwacht haben.

Erhaltungszustand: sehr gut

Lage              

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Wooster Teerofen

Eine slawische Ringwallanlage befindet sich in der Nähe von Wooster Terrofen. Sie liegt auf einem Geländesporn, der in den Langhagensee hineinragt. Sie dürfte in der mittelslawischen Zeit um das 9./10. Jahrhundert herum bestanden haben. Vor Ort fand man vor allem Menkendorfer Keramikscherben. Der annähernd ovale Wall hat einen Durchmesser von ca. 120 m. Der Zugangsweg zur Burg führte aus östlicher Richtung an die Burg heran.

Lage           

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Wöpkendorf

In Wöpkendorf im Landkreis Vorpommern-Rügen liegen die Reste eines alten slawischen Burgwalles. Er befindet sich heute genau am westlichen Dorfrand. Angelegt wurde er wohl im 9. Jahrhundert auf einer natürlichen Erhebung. Zu dieser Zeit stellte die Burg einen Rückzugspunkt in Notzeiten dar. Da die Anlage bis zum Ende der Slawenzeit existierte muss man annehmen, dass sie etliche Male erneuert werden musste. Sie hatte einen runden Durchmesser von ca. 100 m und war am Ende zweigliedrig. In der frühdeutschen Zeit wurde die Anlage weiter genutzt und nach den Bedürfnissen der neuen Besitzer umgebaut. Durch den heutigen starken Bewuchs im Sommer ist die Anlage fast nicht mehr erkennbar. In den kälteren Jahreszeiten aber sieht man ein unregelmäßiges Burgplateau.

Erhaltungszustand: mittel

Lage               

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Woserin

1,4 Kilometer südöstlich von Woserin im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen die gut erhaltenen Reste einer Slawenburg. Sie befindet sich auf einer Halbinsel im Holzsee. Es handelte sich um eine Niederungsburg.

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Wöten

Reste einer slawischen Ringwallanlage befinden sich östlich von Wöten im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Es handelte sich um eine Niederungsburg.

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Wrangelsburg

Etwa 2,2 Kilometer nordöstlich von Wrangelsburg (Vorpommern-Greifswald) liegen die sehr gut erhaltenen Überreste einer dreigliedrigen Niederungsburg an einem heute verlandeten See. Das bewaldete Bodendenkmal wird auch als Burgwall Katzow oder Burgwall Forst Jägerhof bezeichnet (Fundplatz 1). Das umwallte Burgareal ist bis zu 270 x 190 m groß und erreicht eine Ausdehnung von ca. 5 ha. Ganz am Nordende des Areals liegt ein etwa 70 m großer Ringwall, der mit einem nahen bogenförmigen Vorburgwall gesichert war. Bis heute ist sich die Wissenschaft nicht einig, ob es sich im Ursprung um eine bronzezeitliche Burg handelte, die von den Slawen später mit einem Ringwall und vorgelagerten Abschnittswall erweitert wurde. Es könnte sich auch um eine rein frühslawische Gründung gehandelt haben, die im Laufe des 9. bis 10. Jahrhunderts mit dem mittelslawischen Ringwall und dem nahen Vorburgwall erweitert wurde. Die ehemaligen Erbauer suchten sich für die Errichtung der ersten Burg einen leicht erhöhten, halbinselartigen, Vorsprung in einem damaligen See aus und umwallten dieses Areal. Ganz im Süden der Befestigung wurde mittig ein Tor angelegt, das noch heute deutlich als tiefe Wallsenke zu erkennen ist. Vor dem Zugangstor lag ein breiter Außengraben, der an der Torstelle unterbrochen scheint. Ob diese erste große Burg bronzezeitlichen oder frühslawischen Ursprungs war ist, wie gesagt, unbekannt. Vom gesamten Areal liegen Keramikscherben der Bronzezeit, der gesamten Slawenzeit und des frühdeutschen Mittelalters vor. Im Laufe der Zeit kam es zu einer Erweiterung der ersten Burg. Dieser Umbau ist nun sicher den Slawen zuzuordnen! Ganz am Nordende des Areals wurde ein etwa 70 m großer Ringwall angelegt, der zusätzlich mit einem bogenförmigen Abschnittswall gesichert war. Der Abschnittswall lag so nah am Ringwall, sodass hier kein Platz für eine Vorburgsiedlung war. Vermutlich sollte dieser Vorburgwall nur das ehemalige Tor des integrierten Ringwalles schützen, welches durch eine Wallsenke im Nordosten vermutet werden kann. Die Vorburgsiedlung des Ringwalles lag im umwallten Areal der älteren Burgphase. Da bisher noch keine professionellen Ausgabungen vor Ort stattgefunden haben, kann die zeitliche Abfolge der Burgsiedlung noch nicht erschlossen werden. In den frühen 1960 er Jahren errichtete die NVA (Nationale Volksarmee der DDR) mehrere Bunkeranlagen im gesamten Burgareal. Diese sind heute restlos entfernt worden. Im Laufe der Jahrhunderte ist auch der ehemalige See mit Flurnamen „Kleiner Schwarze See“ so gut wie trockengelegt worden. Ein Besuch des sehenswerten Bodendenkmals ist in den kälteren Jahreszeiten zu empfehlen.

Erhaltungszustand: sehr gut

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Wredenhagen

In Wredenhagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, befindet sich ein eindrucksvoller Burgberg. Er wurde im Jahr 1280 das erste Mal schriftlich als "neue wendische Burg" erwähnt. Man kann allerdings annehmen, dass diese Burg schon in älterer Zeit von den Slawen angelegt worden ist. Funde vom Gebiet kann man bis in die Eiszeit zurückverfolgen. Der Burgberg wurde künstlich aufgeschüttet und hat heute einen kreisrunden Durchmesser von ca. 100 m. Nach der Christianisierung gehörte die Burg den Herren von Werle. Sie wurde dann mit einer steinernden Mauer und einem Bergfried ausgebaut. Immer wieder wechselten dann die Besitzer der Burg zwischen Brandenburg und Mecklenburg. Von der alten Burg sind heute noch Teile des Torhauses, das Amtshaus, Reste des Kellerhauses, ein später angelegtes Guthaus und einige Wohngebäude erhalten geblieben. Regelmäßig finden auf dem Burgplateau kulturelle Feste des Ortes statt.

Erhaltungszustand: mittel

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Wulfsahl

Zwischen den Ortschaften Wulfsahl und Karrenzin im Landkreis Ludwigslust-Parchim liegen direkt an der L83 die Überreste einer slawischen Burganlage. Sie liegt zwar näher an Karrenzin, gehört aber geografisch zur Gemarkung von Wulfsahl. Die einstige Wallburg lag in einer feuchten Niederung, war oval und hatte einen Durchmesser von ca. 75 Meter. Das einzige Tor der Burg liegt heute an der Landstraße in Richtung Osten. Auffallend ist, dass sich westlich der Anlage der kleine Fluß Löcknitz befindet, der damals eine Art natürliche Grenze im Gebiet der slawischen Linonen darstellte. Es ist daher zu vermuten, dass die Burg diese Grenze sicherte. Die Linonen waren mit dem größeren Nachbarstamm der Obodriten verbündet. In der Burg von Wulfsahl wird also die Residenz eines lokalen Adligen samt seinen Mannen zu vermuten sein. Das Burgwallinnere wurde früher als Acker genutzt, dennoch sind die Wallanlagen unbeschädigt und 2 bis 3 Meter hoch.

Erhaltungszustand: gut

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Wustrow/Darß

Zur Zeit der Slawen stand an der selben Stelle der heutigen Dorfkirche ein Tempel für den Wendengott Swantewit. Die Sage berichtet, sein Schimmel habe den Hügel in einer Nacht aufgeworfen. Grabungen haben ergeben, dass der Hügel auf dem ansonsten eher flachen Inselland künstlich aufgeschüttet wurde. Bis 1830 diente der Hügel als Friedhof. Danach wurde ein neuer Friedhof am Nordrand des Dorfes angelegt. Zu vermuten ist aus heutiger Sicht, dass der heutige Hügel unter der Kirche die planierten Reste eines einstigen Burgwalls sind, in dem das Heiligtum stand. Die Burg dürfte oval und eingliedrig gewesen sein. In der Nähe befand sich mit großer Wahrscheinlichkeit eine Siedlung.

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Zierstorf

Wie ich im Internet herausfand, befindet sich ein slawischer Burgwall südöstlich des Ortes auf dem  "Schlossberg". Wo er genau liegt, konnte ich erst im Februar 2009 feststellen. Um das Jahr 1907 wurde er als slawische Höhenburg inmitten von Sumpf und feuchten Wiesen geschildert. Die Anlage stammt aus der früh- und mittelslawischen Zeit des 9. und 10. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine eingliedrige Anlage von 80 mal 50 m Durchmesser.

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Zimkendorf

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeuit, nach Ronny Krüger 2016

Zwei Kilometer südöstlich von Zimkendorf liegen die Wallreste einer alten Slawenburg aus dem 8. bis 9. Jahrhundert. Man errichtete sie auf einer Halbinsel im sogenannten Borgwallsee. Im Volksmund wird die einstige Slawenburg auch der "Borgwall" genannt.

Erhaltungszustand: mittel

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Zirtow

Vermutete Lagesituation zur Slawenzeit, nach Ronny Krüger 2016

Etwa einen Kilometer nordwestlich von Zirtow befindet sich im "Gaubenbruch" ein Burgwall aus der Slawenzeit. Mit seiner Größe von etwa 40 m x 130 m liegt er 1,5 m höher als das Wiesengelände. Daneben verlaufen mehrere Entwässerungsgräben. Der Wallrest ist heute mit Kiefern, Eichen und Birken bewachsen. Im Google-Luftbild von 2015 war deutlich zu erkennen, dass die Burg etwa zur Hälfte abgetragen wurde. Die einstige Größe der ovalen Burg betrug etwa 130 x 105 m. Damit muss es sich um eine Art große Burganlage gehandelt haben, die durch ihre inselartige Lage natürlich geschützt war. Die Erde des abgetragenen Wallbereiches wurde vermutlich zur Auffüllung der feuchten Niederung genutzt.

Erhaltungszustand: mittel

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Zislow

Eine eher ungewöhnliche slawische Burganlage befindet sich in der Nähe des Ortes Zislow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Es handelt sich dabei um eine zweigliedrige frühslawische Höhenburg aus dem 8. - 9. Jahrhundert. Früher hielt man sie für ein Bauwerk aus der Bronzezeit. Daher entschloss man sich bereits 1959 zu größeren Grabungen auf dem Bodendenkmal. Er zeigte sich schnell, dass zur Bronzezeit an dieser Stelle nur eine Siedlung bestand und der Burgwall erst von den eingewanderten Slawen angelegt wurde. Der Vorburgwall ist recht flach und schützte eine Fläche von ca. 8400 m². Der Wall der Hauptburg dagegen war höher und sicherte eine Fläche von ca. 8100 m². Da der Bergsporn im Norden, Osten und Westen durch steile Hänge und Niederungen gesichert war, errichteten die Slawen nur zur Südseite hin die Wallanlagen. Der Vorwall besaß zusätzlich einen ca. 10 m breiten Trockengraben. Eigenartig an der gesamten Burgfläche ist, dass sie nicht eben war, sondern einen Höhenunterschied von 10 m hat! Die Vor- und Hauptburg hatten jeweils einen höher gelegenen Westteil und einen niedriger gelegenen Ostteil. Man kann hier also von einer terrassenartigen "Ober- und Unterburg" sprechen und das jeweils für die Vor- und Hauptburg. Wie sich eine solch unebene Burgfläche nutzen ließ, ist unbekannt, dennoch scheint die Hauptburg dicht bebaut gewesen zu sein. Die heutigen Walleinschnitte sind modern, sodass sich der einstige Zugang zur Höhenburg nicht mehr genau nachvollziehen lässt. Die Burg ging in einer Feuerkatastrophe unter und wurde von nachfolgenden slawischen Generationen nicht wieder besiedelt.

Literatur: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Band 25, "Zislow - Ergebnisse archäologischer Untersuchungen", 1991, Seiten: 93 - 95

Erhaltungszustand: gut

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